Lokindustrie-Rubrik: Archiv Dezember 2022

Datum 19.12.22

Alstom und BVG setzen Meilenstein für die Berliner Straßenbahn

  •  Letzte Flexity-Straßenbahn der ersten Generation geht in der Hauptstadt in Betrieb
  • Insgesamt 231 Fahrzeuge unterstützen den Stadtverkehr
  • Lieferung von 117 Straßenbahnen der zweiten Generation bis 2033 geplant

19. Dezember 2022 – Mit dem Dienstbeginn am 19.12.2022 erreicht die über 16 Jahre dauernde Zusammenarbeit zwischen Alstom und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) einen bedeutenden Meilenstein. Seit der Lieferung der Vorserienfahrzeuge Anfang September 2008 hat Alstom dem Berliner Verkehrsunternehmen insgesamt 231 Fahrzeuge seiner Flexity-Baureihe geliefert. Gebaut wurden die Fahrzeuge am Standort Bautzen und ganz in der Nähe der Hauptstadt in Hennigsdorf. Ebenfalls viele Jahre am Projekt beteiligt waren die Alstom-Standorte Siegen und Mannheim.

Die erste Generation der Flexity Berlin umfasst 40 lange Einrichtungswagen bestehend aus sieben Modulen mit einer Gesamtlänge von 40 Metern, sowie 157 lange und 34 kurze, fünfteilige Zweirichtungswagen. Der ursprünglich geplante Lieferumfang von 210 Wagen wurde auf Wunsch der BVG um 10 Prozent aufgestockt. Mit diesen Fahrzeugen bedient das Verkehrsunternehmen mittlerweile zwei Drittel aller Straßenbahnfahrten in der Hauptstadt: im Jahr 2021 insgesamt mehr als 120 Millionen Fahrgäste.

Dirk Wunderlich, VP Customer Management Urban Transport, Alstom, unterstreicht den Erfolg der langjährigen Partnerschaft mit der BVG: „Unsere Flexity-Reihe ist in vielen Großstädten weltweit im Einsatz. Die eigens für Berlin entwickelte Serie hat das Stadtbild nachhaltig geprägt.“ Für ihr Design erhielt die Flexity Berlin 2010 den IF Design Award in der Kategorie Transportation sowie den Universal Design und Consumer Favourite Award 2012. „Das Beste ist: Die Zusammenarbeit mit der BVG geht weiter, die zweite Generation der Flexity für Berlin kommt“, so Wunderlich.

Ein 2020 geschlossener Rahmenvertrag der BVG mit Alstom sieht die Lieferung von bis zu 117 neuen Zweirichtungsfahrzeugen vom Typ Flexity bis 2033 vor. Die neuen Fahrzeuge verfügen über ein modernisiertes Design und werden in einer langen oder kurzen Variante geliefert. Die gänzlich neue, neunteilige 50-Meter-Version, die auf der Linie M4 eingesetzt werden soll, bietet dabei Platz für bis zu 310 Fahrgäste. Die kurze 30-Meter-Version wird im Südosten Berlins die bisherigen Fahrzeuge des Typs GT6 ersetzen.

Quelle: Alstom, Foto: Alstom/Daniel Stephan

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Datum 16.12.22

Stadler liefert erstmals Strassenbahnen in die Niederlande

Bussnang/Den Haag, 16. Dezember 2022 - Das niederländische Verkehrsunternehmen HTM und Stadler haben heute einen Vertrag über die Lieferung von 56 Strassenbahnen des Typs TINA unterzeichnet. Der Vertrag enthält zudem eine Option über 44 weitere Fahrzeuge. Damit erhält Stadler zum ersten Mal einen Strassenbahn-Auftrag aus den Niederlanden. Die neuen TINA-Strassenbahnen sind für den Einsatz im öffentlichen Personennahverkehr in Den Haag ab 2026 vorgesehen.

Nach dem Vergabeentscheid im Oktober unterzeichneten heute HTM und Stadler den Vertrag für 56 neue Strassenbahnen vom Typ TINA sowie eine Option über 44 weitere Fahrzeuge. Damit geht Stadler erneut als Sieger einer internationalen öffentlichen Ausschreibung hervor und erhält bereits den fünften Auftrag für seine Strassenbahn der neusten Generation. Das innovative Fahrzeugkonzept kommt nun erstmals ausserhalb des deutschsprachigen Raumes zum Einsatz. Die Inbetriebnahme der ersten TINA für Den Haag ist für 2026 vorgesehen.

Die Abkürzung TINA steht für Total Integrierter Niederflur-Antrieb und beschreibt die konsequente Ausrichtung des Fahrzeuges auf den Fahrkomfort. So sorgt das ausdrehbare Drehgestell für eine angenehme Laufruhe. Gleichzeitig ist das gesamte Fahrzeug komplett barrierefrei und verfügt über einen durchgängig niederflurigen Fussboden. Die grosszügigen Multifunktionsabteile bieten viel Platz für Reisende im Rollstuhl.

«Wir sind stolz, mit dem Auftrag von HTM zum ersten Mal auch Strassenbahnen in die Niederlande liefern zu dürfen. Damit haben wir unsere innovative und besonders fahrgastfreundliche Strassenbahn der neusten Generation innerhalb kurzer Zeit seit der Markteinführung bereits zum fünften Mal erfolgreich platziert. Unsere TINA ermöglichen den Fahrgästen in der Regierungsstadt an der Nordsee eine neue Dimension an Komfort und nachhaltigem Verkehr», sagt Dr. Ansgar Brockmeyer, Executive Vice President Sales & Marketing und Stellvertretender Group CEO von Stadler.

«HTM ist sehr erfreut über den Kauf der neuen, breiteren und moderneren Strassenbahnen von Stadler. Mit diesen Strassenbahnen bietet HTM seinen Fahrgästen einen barrierefreien und komfortablen öffentlichen Verkehr und ist für die Zukunft der modernen Mobilität gerüstet», sagt Jaap Bierman, CEO von HTM.

Stadler nutzt die Innenraumdimensionen durch geschickte Anordnung und Gestaltung der Sitzplätze und Haltestangen optimal aus. Dadurch ensteht auf einer grosszügigen Gangbreite ein offenes Raumgefühl im Innern des Fahrzeugs. Für noch mehr Annehmlichkeiten sorgen der hohe Innenraum und die grossen Panoramafenster. Mit ihrem einergieeffizienten Antrieb leisten die TINA-Strassenbahnen zudem einen Beitrag für eine noch bessere Öko-Bilanz des öffentlichen Personennahverkehrs.

Das digitale und intuitive Uni-Board im Fahrerstand erleichtert den Fahrerinnen und Fahrern die Bedienung, sodass sich diese vollständig auf den Strassenverkehr konzentrieren können. Neben dem Komfort profitieren die Fahrgäste und Verkehrsteilnehmenden in Den Haag somit von einem hohen Sicherheitsstandard. Die dreiteiligen Kompositionen sind je 36.5 Meter lang und bieten Platz für 237 Personen. Da HTM die Fahrzeuge bei Bedarf in Doppeltraktion einsetzen kann, wird die Kapazität auf stark frequentieren Linien und zu Spitzenzeiten verdoppelt. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 70km/h kommt das Fahrzeug rasch voran und ermöglicht einen attraktiven und konkurrenzfähigen öffentlichen Personennahverkehr.

Quelle: Stadler Rail Group

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Datum 16.12.22

Erste TINA-Straßenbahn der neuesten Generation nach Darmstadt geliefert

Die HEAG mobilo hat als erstes Nahverkehrsunternehmen insgesamt 25 TINA-Straßenbahnen der neuesten Generation bei Stadler bestellt. Knapp zwei Jahre nach der Vertragsunterzeichnung traf am 15. Dezember 2022 die erste TINA-Straßenbahn in Darmstadt ein. Die Inbetriebnahme ist nach umfangreichen Tests für den Herbst 2023 geplant.

Heute war es endlich so weit: Zum ersten Mal war eine Stadler-Straßenbahn der neuesten Generation auf den Gleisen in Darmstadt zu sehen. HEAG mobilo und Hersteller Stadler hatten das Modell TINA, das in Darmstadt als neue Baureihe ST15 verkehren wird, im September auf der internationalen Fachmesse InnoTrans vorgestellt, nun wurde das erste Fahrzeug nach Darmstadt geliefert.

"Ich freue mich, endlich die erste Straßenbahn der neuen Baureihe in Empfang nehmen zu können", erklärt HEAG mobilo-Geschäftsführerin Ann-Kristina Natus. Das Fahrzeug wurde von einer Straßenbahn der Baureihe ST14 über die Bismarckstraße und Frankfurter Straße zum Betriebshof in Kranichstein gezogen. "Jetzt beginnt die Phase der Inbetriebnahme: Um die Straßenbahn für die Zulassung durch die technische Aufsichtsbehörde vorzubereiten, werden viele Testfahrten und Messungen durchgeführt. Außerdem führen wir Schulungen für unser Fahrpersonal und die Mitarbeiter der Fahrschule, der Werkstatt und der Verkehrsleitzentrale durch, damit sie für den Einsatz der TINA-Straßenbahnen gerüstet sind", erklärt Natus.

Weitere Fahrzeuge werden in den kommenden Wochen und Monaten ausgeliefert. Dirk Schillings, Chief Technical Officer für Stadtbahnfahrzeuge bei Stadler, erklärt: "Heute feiern wir einen wichtigen Meilenstein für unsere neueste Straßenbahngeneration. Wir freuen uns, dass das erste TINA-Fahrzeug nach der Werksabnahme nun erstmals die Testphase auf dem Darmstädter Schienennetz beginnt. Wir sind überzeugt, dass die neuen Niederflurfahrzeuge den hohen Ansprüchen der Fahrgäste und auch der HEAG mobilo gerecht werden."

Die Fahrgäste in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg können die neuen Straßenbahnen ab Herbst nächsten Jahres selbst erleben. Im Sommer 2024 soll die neue Flotte dann komplett sein. "Der ÖPNV als nachhaltiges und ökologisches Verkehrsmittel muss nicht nur weiter ausgebaut und gestärkt werden, wie durch unsere neuen Linienkonzepte, er muss auch modern und attraktiv sein. Ich freue mich auf die erste Fahrt mit TINA", sagt Michael Kolmer, Verkehrsdezernent der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

Die HEAG mobilo hat insgesamt 25 TINA-Straßenbahnen bei Stadler bestellt. Neben den Fahrzeugen für Darmstadt liefert Stadler auch 25 TINA-Straßenbahnen an die Baselland Transport AG, 28 TINA-Straßenbahnen an die Rostocker Straßenbahn AG und 56 TINA-Straßenbahnen an die Hallesche Verkehrs AG. Im November 2022 gab auch die niederländische HTM bekannt, dass sie einen Auftrag über 50 TINA plus Optionen an Stadler vergeben hat. Diese Erfolge innerhalb kürzester Zeit bestätigen, dass das innovative Fahrzeugkonzept den hohen Ansprüchen von Fahrgästen und Kunden gleichermaßen gerecht wird.

Durchgehender Niederflur

 Große Flexibilität verbunden mit einem hohen Standardisierungsgrad zeichnen die neue Straßenbahnfamilie TINA aus. Der Name TINA steht für "Total Integrierter Niederflurantrieb". Das neu konzipierte und zum Patent angemeldete Drehgestell kann für eine Vielzahl von Fahrzeugtypen und Anforderungen eingesetzt werden. Die TINA-Plattform bietet für jedes Straßenbahnkonzept eine Lösung - ob Achsantrieb, Einzelräder, drehbare oder nicht drehbare Drehgestelle, verschiedene Spurweiten oder unterschiedliche Fahrzeugbreiten. Neben dem komplett durchgängigen Niederflurbereich zeichnet sich TINA vor allem durch seine Geräumigkeit, breite Gänge, großzügige Fuß- und Beinfreiheit, Panoramafenster, Multifunktionstafeln und ein neues, speziell auf die Bedürfnisse der Fahrgäste abgestimmtes Design aus. Der optimierte Fahrgastraum ermöglicht den ungehinderten Zugang zu den Sitzen von jeder Fahrzeugtür aus. Auf Kundenwunsch können - wie beim Modell TINA für die HEAG mobilo GmbH - anstelle von Rampen auch kleine Stufen eingebaut werden. In Sachen Energieeffizienz punktet das Fahrzeug durch einen optimierten Antrieb, ein geringes Fahrzeuggewicht und die optionale Nutzung der Abwärme des Motors.

Quelle: Stadler Rail Group

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Datum 14.12.22

Kasachische Eisenbahnen (KTZ) und Stadler unterzeichnen einen Grossauftrag für Schlaf- und Liegewagen

KTZ und Stadler haben heute drei langfristige Verträge über die Lieferung von 537 Schlaf- und Liegewagen einschliesslich eines 20-jährigen Full-Service-Vertrags unterzeichnet. Damit wird die strategische Partnerschaft, die Ende 2021 zwischen Stadler und KTZ, in Anwesenheit des kasachischen Präsidenten Kassym-Jomart Tokayev und des damaligen Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin unterschrieben wurde, fortgesetzt. Der Gesamtauftrag umfasst die Herstellung und den Service von Schlaf- und Liegewagen im Wert von 2.3 Milliarden Euro. Der Vertrag beinhaltet auch den Technologietransfer von der Schweiz nach Kasachstan und den Erwerb einer lokalen Produktionsstätte in Astana.

Heute gaben KTZ und Stadler den nächsten Schritt ihrer Partnerschaft bekannt und unterzeichneten drei Verträge über die Lieferung von Schlaf- und Liegewagen, einen 20-jährigen Full-Service-Vertrag und die Übernahme einer lokalen Produktionsstätte in Astana mit rund 100 Mitarbeitenden.

Der schrittweise Technologietransfer, die Ausbildung des lokalen Personals in anderen Stadler-Werken, sowie die Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern und technischen Hochschulen bilden die Grundlage der länderübergreifenden Zusammenarbeit. Die Lieferung aller Schlaf- und Liegewagen ist bis 2030 geplant, mit einer Option für zusätzliche Aufträge zur weiteren Modernisierung der Eisenbahnflotte in Kasachstan.

"Wir freuen uns auf diese langfristige Zusammenarbeit mit KTZ und darauf, unsere hochmodernen Technologien und Kompetenzen in den kasachischen Eisenbahnsektor einzubringen. Mit diesem Projekt betreten wir einen neuen Markt und erweitern unsere geografische Präsenz in den CIS-Staaten. Wir sind überzeugt, dass wir mit unseren innovativen Produkten und unserem Know-how einen wertvollen Beitrag zur Schaffung einer neuen Reisequalität in Kasachstan leisten können", kommentiert Peter Spuhler, Präsident des Verwaltungsrates von Stadler.

Hoher Reisekomfort

Der Liefervertrag umfasst vier verschiedene Typen von modernen Schlaf- und Liegewagen: 234 Schlafwagen mit je 40 Sitzplätzen, 233 Liegewagen mit je 58 Sitzplätzen, 35 Reisezugwagen für Personal und mobilitätseingeschränkte Personen mit je 18 Sitzplätzen sowie 35 Generatorwagen. Die neuen Fahrzeuge sind für den Tag- und Nachtbetrieb auf elektrifizierten und nichtelektrifizierten Strecken im nationalen und internationalen Personenverkehr auf dem Gebiet der Republik Kasachstan und der CIS-Staaten mit einer Spurweite von 1520 mm ausgelegt. Sie können eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h erreichen.

Die Standardkomposition besteht aus mindestens fünfzehn Wagen. Die Fahrzeuge können in einem Temperaturbereich von -50 bis 45 °C betrieben werden. Die Konstruktion der Wagen sowie der Wartungsplan sollen während der gesamten Lebensdauer der Fahrzeuge eine minimale Umweltbelastung gewährleisten.

Quelle: Stadler Rail Group

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Datum 14.12.22

MockUp der neuen TramTrains feierlich in Karlsruhe enthüllt - Fahrgäste und Interessensgruppen dürfen Testen und Probesitzen

 

Das Geheimnis ist gelüftet: Seit heute ist bekannt, wie die neuen Bahnen für die Regionen Karlsruhe, Saarbrücken, Neckar-Alb, Oberösterreich und Salzburg aussehen werden. Im feierlichen Rahmen haben Geschäftsführer der Verkehrsunternehmen und Politiker aus den Regionen zusammen mit dem Hersteller Stadler im Karlsruher Westen das MockUp der VDV-TramTrains enthüllt. Das weltweit einzigartige gemeinsame Beschaffungsprojekt, bei dem sieben Partner zusammen TramTrains für ihre jeweilige Region ordern, ist damit auf die letzte Etappe hin zur Produktion eingebogen.

Bei dem MockUp handelt es sich um ein 22 Meter langes Modell in Originalmaßen, das einen halben Zug mit seinen wesentlichen Bereichen darstellt. Darunter sind das Cockpit, Sitzreihen sowie ein Multifunktionsbereich für die barrierefreie Abstellung von Kinderwagen und Rollstühlen. Haltestangen, Displays und Türöffner – alles ist originalgetreu nachgebildet.

«Hier dürfen und sollen unsere Fahrgäste, Behindertenvertretungen und Mitarbeiter*innen in den kommenden Wochen Platz nehmen, den Einstieg mit dem Rollstuhl testen, ein Gefühl für die neuen Bahnen bekommen und mit Fahrzeugexperten ins Gespräch kommen. Gemeinsam geben wir den Bahnen zusammen mit dem Hersteller Stadler den letzten Feinschliff bevor sie in die Produktion gehen. Das ist eine Premiere für uns», freute sich Christian Höglmeier, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) und der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) bei der Enthüllung auf den Dialog mit den Kund*innen. Die Karlsruher Schwesterunternehmen erhalten zusammen ab 2025 rund 150 Neufahrzeuge, darunter Niederflurbahnen für die Innenstadt (VBK) und TramTrains für die Region (AVG). Letztere werden ebenso wie die Bahnen der am Projekt beteiligten Regional-Stadtbahn Neckar-Alb vom Land Baden-Württemberg gekauft.

Ein MockUp für sechs Regionen verteilt auf Deutschland und Österreich: Das ist einzigartig und es steht stellvertretend für das zukunftsweisende gemeinsame Fahrzeug-Beschaffungsmodell. Allen Partnern gemein ist die Nutzung sogenannter TramTrains, die zugleich Eisenbahn und Straßenbahn sind und somit umsteigfreie Verbindungen aus der Region direkt in die Innenstädte ermöglicht. Diese in Karlsruhe entwickelte sogenannte Zweisystemtechnik gibt es nur in wenigen Städten weltweit. Die Partner haben im Rahmen des Projekts mit dem Hersteller Stadler zusammen eine Standardbahn entwickelt, die in den wesentlichen Elementen gleich ist. Aus dieser Standardbahn entstehen sechs Varianten, die beispielsweise den unterschiedlichen Einstiegshöhen, dem individuellen Farbdesign aber auch der Frage gerecht werden, ob eine Toilette vorhanden sein muss oder nicht. Auch das MockUp kann in die unterschiedlichen Varianten umgebaut werden. «Diese maximale Standardisierung und die Tatsache, dass wir uns die Entwurfsplanung teilen, reduzieren die Kosten auf bis zu eine Million Euro pro Fahrzeug», betonte Karlsruhe Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei der Veranstaltung. «Da haben kluge Menschen mit Weitblick vor vielen Jahren eine Idee in die Realität umgesetzt, die jetzt in Zeiten von knappen Kassen aufgrund explodierender Energiepreise eine kostensparende Beschaffung modernster Fahrzeuge ermöglicht.»

Von Anfang an mit den Karlsruher Fahrzeugexperten am Projekt beteiligt ist die Saarbahn.

Die Saarbahn erhält 2024 die ersten vier Bahnen als Vorserienfahrzeuge. Diese werden dann im Realbetrieb getestet und in den Zulassungsprozess geführt. Anschließend werden alle weiteren Bahnen nach dem Konformitätsprinzip zugelassen. «Das beschleunigt den Zulassungsprozess enorm und unsere Fahrgäste profitieren deutlich schneller von modernen barrierefreien Fahrzeugen mit Klimatisierung und Wlan», stellt Edlinger, Geschäftsführer der Saarbahn heraus.

Durch den Einsatz neuer Fahrzeuge soll der Komfort und die Qualität auf der Salzburger Lokalbahn für alle Fahrgäste massiv erhöht werden.

«Modernste Fahrzeuge für einen modernen öffentlichen Verkehr, das ist unser Ziel. Diesem sind wir durch dieses Projekt einen großen Schritt weitergekommen. Die Zusammenarbeit des renommierten Herstellers Stadler und die Kooperation eines Teams von Experten verschiedenster Betreiber sind ein Garant für beste Qualität. Genau das wollen wir für unsere Fahrgäste und das zeigt auch die heutige Präsentation des ersten MockUp», sagt Landesrat Stefan Schnöll bei der Veranstaltung und er fügt hinzu: «Nachdem das Außendesign nun festgelegt wurde, geht es jetzt an die Gestaltung der Inneneinrichtung. Das Interieur des Fahrzeugs gemeinsam mit dem Hersteller direkt vor Ort selber einzurichten, bietet für uns die einzigartige Möglichkeit das Fahrzeug nach unseren Bedürfnissen zu gestalten. Ich freue mich sehr, dass wir Teil dieser erfolgreichen grenzübergreifenden Zusammenarbeit sind!»

«Für das TramTrain–Projekt war ein grenzüberschreitender Kraftakt aller Partner erforderlich. Die dadurch erreichten hohen Stückzahlen, das hohe Ausmaß an Standardisierung und die lange Verfügbarkeit bringen allen Beteiligten Kostenvorteile und den Zugang zur modernsten Generation von Mehrsystemnahverkehrstriebwagen in Europa. Nun durch die Präsentation des ersten Mock-Ups wird dieses Projekt erstmals greifbar und wir kommen dem Einsatz der Fahrzeuge in Oberösterreich dadurch wieder einen Schritt näher», freut sich Dipl.-Ing. Herbert Kubasta, Geschäftsführer der Schiene Oberösterreich.

«Als Land Oberösterreich Teil des gemeinsamen Beschaffungsprozesses zu sein birgt zahlreiche Pluspunkte für alle Beteiligten. Vorteile der gemeinsamen Bestellung liegen nicht nur in der Reduktion der Kosten bei der Beschaffung der TramTrain-Fahrzeuge. Alle Teilnehmer gewinnen vom Fachwissen der anderen. Es wurde eine gemeinsame Fahrzeugplattform geschaffen die es ermöglicht, jedes Fahrzeug auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Bestellers zuzuschneiden, ähnlich einem Maßanzug. Profiteure sind schlussendlich nicht nur die Verkehrsunternehmen und Länder. Besonders die Bevölkerung, Pendler*innen und Schüler*innen können sich auf hochmoderne, barrierefreie und komfortable Fahrzeuge freuen, die maßgeschneidert zu den Bedürfnissen des Öffentlichen Verkehrs in Oberösterreich passen.», so Landesrat Mag. Günther Steinkellner.

«Es ist klasse, das MockUp heute live zu sehen. Wir freuen uns schon sehr darauf, das Fahrzeug im Januar gemeinsam mit den regionalen Vertretern unter die Lupe nehmen zu können», sagt Dr. Dirk Seidemann, der heute für die Geschäftsführung des Zweckverbands Regional-Stadtbahn Neckar-Alb vor Ort ist.

Fahrzeuge werden von Stadler in Valencia produziert

Die Fahrzeuge werden von Stadler im spanischenValencia produziert. Dort befindet sich der unter anderem auf die Entwicklung und Produktion von TramTrains spezialisierte Standort des Schienenfahrzeugherstellers. Stadler hatte die europaweite Ausschreibung Anfang 2022 für sich entscheiden können.

«Der CITYLINK-TramTrain ist die ideale Lösung, um die Verkehrswende auch in den Ballungszentren mittelgroßer Städte zu erreichen. Hochmoderne Fahrzeuge und gute Anbindungen ohne lange Fahrt- oder Umsteigezeiten machen den Wechsel vom Auto in den Zug komfortabel. Das Beschaffungskonzept der sieben Partner vereint dieses gemeinsame Anliegen über Grenzen hinweg. Gleichzeitig werden die Fahrzeuge den jeweiligen Bedarfen entsprechend zugeschnitten. So wird umweltfreundliche Mobilität auf der Schiene auch außerhalb der Großstädte attraktiv. Wir freuen uns sehr, mit der Lieferung und anschließenden Instandhaltung der TramTrains Teil dieses Prozesses zu sein, indem wir ein standardisiertes Fahrzeug für alle schaffen und an den individuellen Stellen für die jeweilige Stadt anpassen.», erklärt Dr. Ansgar Brockmeyer, Executive Vice President Sales & Marketing und Deputy Group CEO von Stadler.

Der CITYLINK gehört zu einer modularen und barrierefreien Stadtbahnfamilie, die eigens entwickelt wurde, um Innenstädte ohne Umsteigen mit den umliegenden Ballungsräumen zu verbinden. Die flexiblen Fahrzeuge vereinen daher typische Merkmale klassischer Straßenbahnen mit denen von Regionalzügen. Sie erreichen bis zu 100 km/h und können im Stadtverkehr ebenso wie im Regionalverkehr eingesetzt werden. Mit 430 verkauften CITYLINK ist Stadler weltweit führend im TramTrain-Segment. Die Fahrzeuge können dabei grundsätzlich individuell angepasst werden. Dazu gehört neben der Einstiegshöhe sowie der Innenraumgestaltung auch der Antriebsstrang, der je nach Netz sowohl elektrisch als auch hybrid ausgeführt werden kann.

Außer in Karlsruhe sind CITYLINK in Deutschland in Chemnitz sowie weltweit u.a. in Großbritannien, Spanien, Ungarn und Mexiko im Einsatz.

Quelle: Stadler Rail Group

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Datum 05.12.22

Der neue ICE: Im Rekordtempo geliefert und ab sofort am Start

  •     Rekord: Inbetriebnahme des ICE 3neo bereits zweieinhalb Jahre nach Bestellung
  •     Erste Fahrt von Frankfurt/Main nach Köln
  •     DB investiert zehn Milliarden Euro in den Ausbau der Fernverkehrsflotte
  •     73 ICE 3neo bis 2029

(Frankfurt am Main, 5. Dezember 2022) Die Deutsche Bahn (DB) nimmt ihre neueste ICE-Generation in Betrieb: Rund eine Woche früher als geplant absolviert der ICE 3neo heute seine erste Fahrgastfahrt zwischen Frankfurt/Main und Köln. Gemeinsam ist es der DB und dem Hersteller Siemens Mobility gelungen, den Zug im Rekordtempo auf die Schiene zu bringen. Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie und weltweit gestörter Lieferketten findet die erste Fahrt mit Fahrgästen nur zweieinhalb Jahre nach der Bestellung im Juli 2020 statt.

Die DB verjüngt so weiter ihre Fernverkehrsflotte und baut sie konsequent aus. Bis 2029 investiert die DB zehn Milliarden Euro in neue Züge, darunter 73 ICE 3neo. Mit seinen 300 km/h Spitzengeschwindigkeit ist der ICE 3neo ein wichtiger Baustein für den Deutschlandtakt. Mit 32.000 zusätzlichen Sitzplätzen bis 2029 trägt er zur benötigten Sitzplatzkapazität für das Fahrgastwachstum bei.

Dr. Michael Peterson, DB-Vorstand Personenfernverkehr: „DB und Siemens haben pünktlich geliefert. Gerade einmal zweieinhalb Jahre sind von der Auftragsvergabe bis zum ersten Einsatz für unsere Fahrgäste vergangen. Üblicherweise dauern ICE-Beschaffungsverfahren doppelt so lang. Mit mehr Komfort und verbesserter Technik wird der neue ICE unsere Fahrgäste begeistern.“

Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr: „Der neue ICE steht für den Fortschritt auf der Schiene - schnell, digital, barrierefrei. Zunächst hier zwischen Frankfurt und Köln, bald auch in ganz Deutschland. Die insgesamt 73 neuen Züge mit ihren 32.000 zusätzlichen Sitzplätzen leisten einen großen Beitrag zur Umsetzung des Deutschlandtakts. Damit kommen wir unserem Ziel, die Fahrgastzahlen auf der Schiene in den kommenden acht Jahren zu verdoppeln, einen weiteren Schritt näher.“

Michael Peter, CEO Siemens Mobility: „Gemeinsam mit der Deutschen Bahn beschleunigen wir die Verkehrswende in Rekordzeit: Noch nie hat Siemens Mobility einen neuen ICE so schnell geliefert. Möglich ist dieser Erfolg vor allem dank der herausragenden Zusammenarbeit mit der DB, aber auch weil der ICE 3neo auf unserer bewährten Velaro-Plattform basiert. So konnten wir trotz Bauzeit in Rekordtempo viele Innovationen im Innenraum umsetzen, die den Fahrgästen mit mehr Komfort zugutekommen.“

Der neue ICE ist heute erstmals im Fahrgastbetrieb zwischen Frankfurt/Main und Köln unterwegs. Ab dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember können Fahrgäste den Zug dann regelmäßig zwischen Dortmund, Köln und Frankfurt/Main und bis nach München über die neue Schnellfahrstrecke Wendligen–Ulm im Einsatz erleben. Mit der Auslieferung weiterer Züge erweitert die DB das Einsatzgebiet schrittweise. Ab 2024 soll der ICE 3neo auch auf internationalen Verbindungen nach Belgien und in die Niederlande fahren.

Mit acht Stellplätzen pro Fahrzeug ermöglicht der neue ICE erstmals die Fahrradmitnahme im Hochgeschwindigkeitsverkehr bis 300 km/h. Neue Reservierungsanzeigen mit farbigen LED-Leuchten informieren auf einen Blick über reservierte und freie Sitzplätze. Darüber hinaus verfügt der ICE 3neo über mobilfunkdurchlässige Fensterscheiben für stabilen Empfang, eine tagesszeitabhängige Lichtsteuerung sowie Steckdosen und Tablethalter an jedem Platz. Eine völlige Neuentwicklung ist der robuste Hublift: Er ist einfach zu bedienen und an einer Tür installiert, die exklusiv Fahrgästen im Rollstuhl vorbehalten ist. In Rekordzeit hat die DB außerdem rund 5.000 Mitarbeitende aus Bordservice und Instandhaltung sowie Triebfahrzeugführer:innen geschult – eine Voraussetzung für die schnelle Inbetriebnahme des ICE 3neo. 

Quelle: Siemens Mobility

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