Verkehrsnachrichten-Rubrik: Archiv Februar 2021

Datum 24.02.21

Das „Coronajahr 2020“ der Harzer Schmalspurbahnen

  • Fahrgast- und Umsatzrückgänge, aber auch wichtige Weichenstellungen für die Zukunft

Wernigerode – Die Coronapandemie führte im vergangenen Jahr zu deutlichen Fahrgast- und Umsatzeinbußen für die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB). Gemeinsam mit den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Thüringen und den kommunalen Gesellschaftern gelang es der HSB bis Jahresende aber auch, wichtige Weichen für die Absicherung ihrer finanziellen Zukunft zu stellen. Das „Coronajahr 2020“ war aufgrund der vielen Einschränkungen alles andere als ein normales Jahr für die Harzer Schmalspurbahnen. An insgesamt 122 Tagen ruhte der Betrieb auf weiten Teilen des 140,4 km umfassenden Streckennetzes. Davon betroffen war auch die wirtschaftlich wichtige Brockenstrecke. Darüber hinaus musste der Brockenverkehr zusätzlich an elf Tagen witterungsbedingt entfallen, an weiteren 39 Tagen fand nur ein ausgedünnter Verkehr statt. Lediglich auf dem durch Berufs- und Schülerverkehr geprägten thüringischen Abschnitt zwischen Nordhausen und Ilfeld blieb bislang ein annähernd konstantes Fahrtenangebot bestehen.

Begrüßte das kommunale Bahnunternehmen im Jahre 2019 insgesamt noch knapp 1,2 Millionen Fahrgäste in ihren Zügen, so waren es 2020 rund ein Drittel weniger. Auf der Brockenbahn waren dabei ca. 452.000 Reisende unterwegs, auf der Harzquerbahn im Bereich Nordhausen waren es 277.000 beförderte Personen, und mit den Zügen der Selketalbahn fuhren 40.000 Fahrgäste. Mit 21.000 Passagieren reisten im Vergleich zum Vorjahr auch rund 50 % weniger Gäste in Sonder- und Charterzügen durch den Harz. Die ursprünglich für den 30. April vorgesehene Welturaufführung der neuen Veranstaltung „Faust auf dem Brocken – Rocktheater nach Goethe“ musste verschoben werden. Aufgrund anhaltender Beschränkungen wird die erste Aufführung nun voraussichtlich erst im kommenden Herbst stattfinden.

Auch beim Jahresumsatz hatte die HSB Einbußen hinzunehmen. Waren es 2019 noch über 14 Millionen Euro, so erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr nur noch etwa 10 Millionen Euro an Einnahmen. Durch die Mittel des gemeinsamen „Rettungsschirms“ des Bundes und der Länder für den Öffentlichen Personennahverkehr konnten diese Verluste allerdings weitestgehend aufgefangen werden. Unabhängig von Corona erfordern weiterhin steigende Aufwendungen in allen Geschäftsbereichen auch diesjährig eine Anpassung der Ticketpreise. So kosten Brockenfahrten ab dem 1. März 33 Euro für die einfache Fahrt und 49 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Zahlreiche Preise im HSB Tarifgefüge bleiben allerdings stabil. Beibehalten werden ebenfalls die attraktiven Preisnachlässe für Familien und auch für Fahrgäste, die nicht in den hochfrequenten Vormittags-, sondern erst in den ruhigeren Nachmittagsstunden auf den Brocken fahren möchten.

Mit Hochdruck setzte das kommunale Bahnunternehmen seine nachhaltige Personalentwicklung fort. Dazu zählt neben neuen Wegen bei der Personalgewinnung insbesondere auch das erreichte branchenübliche Lohnniveau. Im Zuge des fortlaufenden Generationswechsels sucht die HSB außerdem weiterhin Fachkräfte für den Fahrbetrieb sowie ingenieurtechnischen und kaufmännischen Nachwuchs. Seit 1997 hat das Unternehmen bereits 72 junge Menschen erfolgreich ausgebildet. 2020 kamen wieder fünf neue Berufsstarter hinzu, weitere sechs werden im August dieses Jahres folgen, darunter auch ein/-e „Kaufmann/-frau für Verkehrsservice“.

Im vergangenen Jahr hat die HSB auch die Instandhaltung ihrer Streckeninfrastruktur fortgesetzt. Bedingt durch die Pandemie konnten zwar nicht alle geplanten Vorhaben wie gewünscht umgesetzt werden, dennoch wurden u. a. die Vorbereitungen für zukünftige Baumaßnahmen wie beispielsweise die Errichtung von technischen Bahnübergangssicherungen fortgeführt. Aber auch zahlreiche kleinere Maßnahmen wurden umgesetzt. So konnten zwei Brücken und ein Gebäude der Fahrzeugwerkstatt saniert sowie neue Büroräume für Mitarbeiter geschaffen werden.

Eine weitere wichtige Zukunftsaufgabe ist die langfristige Instandhaltung des historischen Fuhrparks, zu dem u. a. 25 Dampflokomotiven zählen. Auch hier setzte die HSB die Arbeiten trotz Corona fort. Insgesamt wurden in 2020 bis zum Frühjahr 2021 an neun Dampflokomotiven, drei Diesellokomotiven, drei Triebwagen und zwölf Reisezugwagen in externen Werken sowie in der eigenen Fahrzeugwerkstatt in Wernigerode Untersuchungen und Bedarfsinstandsetzungen durchgeführt. In großen Schritten kommt derweil auch der Bau der neuen Dampflokwerkstatt voran. Am 23. Juli beging die HSB das Richtfest für das bislang größte Bauprojekt seit ihrer Gründung im Jahre 1991. Im Herbst soll der letzte Bauabschnitt abgeschlossen sein, dann kann die schwere Instandhaltung an den Dampflokomotiven beginnen.

Doch nicht nur im personellen und technischen Bereich hat die HSB für die Zukunft vorgesorgt. Auch finanziell stellte sie im Jahr 2020 die Weichen für die kommenden Jahre. So schlossen die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen mit dem Unternehmen einen gemeinsamen Rahmenvertrag über den Erhalt der Harzer Schmalspurbahnen GmbH sowie Verkehrsverträge jeweils mit Wirkung vom 1. Januar 2021 und einer Laufzeit bis 2030 bzw. 2034. Darüber hinaus unterzeichneten das Land Sachsen-Anhalt und die HSB eine Vereinbarung über die Finanzierung von Infrastrukturmaßnahmen.

Bereits bis zum Jahresende 2020 hatten die neun kommunalen Gesellschafter ihre jährliche finanzielle Unterstützung verdoppelt. Die von Beginn an bewährte Solidargemeinschaft von Ländern und Kommunen einschließlich des niedersächsischen Braunlage bildet auch zukünftig die Grundlage für die vielfältigen Aktivitäten der HSB in den Bereichen Eisenbahn und Tourismus. Mit ihren heute rund 260 Mitarbeitern bildet die beliebte Dampfeisenbahn die touristische und verkehrliche Klammer des Harzes.

Die aktuelle Betriebsruhe auf dem Streckennetz außerhalb des thüringischen Abschnitts zwischen Nordhausen und Ilfeld und der zwischen Wernigerode und Schierke gefahrene „Notfahrplan“ halten vorerst auch weiterhin an. Die vollständige Wiederaufnahme des Zugverkehrs - und damit auch des Dampfbetriebs - sowie die Beendigung der für viele Mitarbeiter zum Teil schon seit mehreren Monaten andauernder Kurzarbeit sind abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemielage.

Quelle: HSB

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Datum 23.02.21

Zuschlag für Linienbündel Darmstadt-Odenwald mit neuer RMV-Expressbuslinie X69

  • Bündel beinhaltet drei regionale und zwei Express-Buslinien
  • Neue RMV-Expressbuslinie X69 verkehrt zwischen Darmstadt und Reichelsheim
  • Neuer Vertrag läuft ab Dezember 2021 für acht Jahre

Das Busunternehmen “Omnibusbetrieb Winzenhöler” betreibt auch in Zukunft drei regionale und zwei X-Buslinien in Südhessen: Bei der europaweiten Ausschreibung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) und des Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN) für das Linienbündel „LDD Darmstadt-Odenwald“ hat das Unternehmen den Zuschlag für weitere acht Jahre erhalten. Die Ausschreibung umfasst die regionalen Buslinien 671 (Darmstadt – Dieburg – Groß-Umstadt/Schaafheim), 678 (Darmstadt – Ober-Ramstadt – Reinheim – Groß-Umstadt), 693 (Darmstadt – Reinheim – Fürth), X71 (Darmstadt – Groß-Umstadt) und die neue Expressbuslinie X69 (Darmstadt – Reichelsheim). Start des neuen Verkehrsvertrages ist der 12. Dezember 2021.

„Bei der Erbringung der Verkehrsleistung können wir uns stets auf Christian Winzenhöler und sein Team verlassen und begrüßen sein Engagement für Klimaschutz und Verkehrssicherheit. Aus Eigeninitiative betreibt das Unternehmen auf der Linie X71 seit fast zwei Jahren Hessens ersten Brennstoffzellenbus im Linienbetrieb und konnte so mehr als 30 Tonnen CO2 gegenüber einem vergleichbaren Dieselbus einsparen“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat.

„Wir freuen uns über den Zuschlag und die Partnerschaft für weitere acht Jahre. Besonders freuen wir uns mit der neuen Linie X69 von Darmstadt nach Reichelsheim den Fahrgästen unserer Region eine neue und schnelle direktere Verbindungen zwischen dem Gersprenztal und Darmstadt zu ermöglichen“, so Christian Winzenhöler, Geschäftsführer von Omnibusbetrieb Winzenhöler.

Über die neue Linie RMV- Expressbuslinie X69

Die Linie X69 sorgt ab Dezember für eine neue Direktverbindung zwischen Darmstadt und Reichelsheim. Durch die neue Linie mit Zwischenhalten in Groß-Bieberau und Brensbach verkürzt sich die Fahrtzeit beispielsweise von Darmstadt Luisenplatz nach Reichelsheim Schwimmbad: Wo Fahrgäste bisher mehr als 80 Minuten unterwegs waren und mehrfach umsteigen mussten, bringt die X69 sie künftig ohne Umstieg in gerade einmal 50 Minuten von A nach B.

Moderne und klimatisierte Fahrzeuge

Die fabrikneuen modernen Niederflurbusse, die im Linienbündel „LDD Darmstadt-Odenwald“ zum Einsatz kommen werden, sind klimatisiert und erfüllen mindestens die Emissionsnorm EURO VI. Die Fahrzeuge verfügen über eine Sondernutzungsfläche für Rollstühle, Kinderwagen oder Fahrräder im Bereich der hinteren bzw. mittleren Tür sowie eine Absenkvorrichtung, die den Einstieg für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste erleichtert. Die Fahrgastinformation erfolgt über Bildschirme mit Echtzeitdatenanzeige und akustische Ansagen, welche auch die nächsten Anschlüsse an Umsteigebahnhöfen umfasst. Zum Schutz der Gesundheit von Fahrpersonal und Fahrgästen befindet sich bei allen Bussen an der Fahrerkabinentür eine Trennscheibe zum Fahrgastraum. Die Fahrzeuge sind mit einem Abbiegeassistenzsystem ausgestattet, das den Busfahrer in kritischen Verkehrssituationen mittels optischer oder akustischer Signale warnt, wenn er beim Abbiegen Radfahrende gefährden könnte. Alle Busse, die auf den beiden Expressbuslinien X69 und X71 eingesetzt werden, sind mit kostenlosem WLAN ausgestattet.

Hohe Standards für Fahrpersonal

Da dem RMV eine faire Entlohnung des Fahrpersonals zur Sicherung der Qualitätsstandards und der Attraktivität des Berufs wichtig ist, verpflichtet er den Ausschreibungsgewinner, seine Beschäftigten sowie seine Unterauftragsnehmer auf Grundlage des hessischen Vergabe- und Tariftreuegesetzes zu entlohnen.

Quelle: RMV

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Datum 17.02.21

Mitte-Deutschland-Verbindung: Freistaat Thüringen und die Deutsche Bahn schließen Finanzierungsvereinbarung für die Vorplanung des zweigleisigen Ausbaus von Weimar–Gera–Gößnitz

  • Untersuchung der Zweigleisigkeit für die Abschnitte Papiermühle–Hermsdorf-Klosterlausnitz und Töppeln–Gera

(Leipzig, 17. Februar 2021) Die Deutsche Bahn (DB) und der Freistaat Thüringen haben eine Finanzierungsvereinbarung zur Planung weiterer zweigleisiger Abschnitte auf der Ausbaustrecke Weimar–Gera–Gößnitz abgeschlossen. Die Vorplanung wird in Ergänzung zur Planung der Elektrifizierung der Strecke Weimar–Gera–Gößnitz im Auftrag des Bundes im Rahmen des Bundesverkehrswegeplans 2030 durchgeführt.

Martin Walden, DB-Konzernbevollmächtigter für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen: „Die Elektrifizierung der Strecke wird die Wirtschaftsregionen Ostthüringen und Westsachsen noch besser anschließen. Der zweigleisige Ausbau würde zusätzlich die Kapazität und Qualität auf der Mitte-Deutschland-Verbindung verbessern.“

Die vom Freistaat Thüringen beauftragte Vorplanung umfasst die Streckenabschnitte Papiermühle–Hermsdorf-Klosterlausnitz und Töppeln–Gera. Dabei soll untersucht werden, inwiefern durch den zweigleisigen Ausbau dieser Abschnitte Verbesserungen im Schienenpersonenverkehr erreicht werden können. Anhand dieser Ergebnisse kann darüber entschieden werden, ob die Planungen zu den zweigleisigen Abschnitten fortgeführt werden und der entsprechende Ausbau erfolgt. Erste Ergebnisse der Vorplanung sollen im Sommer dieses Jahres vorliegen.

Benjamin-Immanuel Hoff, Infrastrukturminister des Freistaats Thüringen: „Die Finanzierungsvereinbarung zur Planung des zweigleisigen Ausbaus weiterer Streckenabschnitte auf der MDV sind ein wichtiger Schritt, um weitere Erkenntnisse zur Optimierung des Schienenpersonenverkehrs auf dieser wichtigen Strecke zu erhalten. Wir wollen einen schnellen und attraktiven Personen- und Güterverkehr auf der Schiene und dafür ist es notwendig, in ein leistungs- und durchlassfähiges Netz zu investieren. Mit dem zweigleisigen Ausbau und der Elektrifizierung können wir die Qualität der bestehenden Fahrpläne auf der MDV deutlich verbessern, mehr Flexibilität erreichen und gleichzeitig die Klimabilanz auf der Schiene verbessern.“

Die rund 115 Kilometer lange Ausbaustrecke Weimar–Gera–Gößnitz ist ein Teilabschnitt der sogenannten Mitte-Deutschland-Verbindung. Diese verbindet die Wirtschafzentren von Westsachsen und Ostthüringen mit den Regionen Rhein/Main und dem Ruhrgebiet. Seit November 2018 befindet sich das Projekt im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Durch Elektrifizierung der Strecke soll eine zukunftsgerichtete Schieneninfrastruktur zur Stärkung der Region gefördert und ein Zugbetrieb mit elektrischen Triebfahrzeugen ohne Lokwechsel ermöglicht werden. Für die Elektrifizierung wird die DB 2021 die Vorplanung abschließen.

Quelle: Deutsche Bahn

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Datum 13.02.21

Ab 14.02. Einschränkungen im grenzüberschreitenden Nahverkehr

  • Ersatzverkehr für Nationalparkbahn – Busse enden an Grenze

Aufgrund der Einstufung der Tschechischen Republik als Virusvarianten-Gebiet durch das Auswärtige Amt, das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundesministerium des Inneren ist ab 14.02.2021, 0.00 Uhr bis auf Weiteres kein grenzüberschreitender Personenverkehr möglich. Im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) sind davon die Nationalparkbahn, die Fähre Schöna – Hřensko sowie die Buslinie T in Sebnitz und die Linie 398 Dresden – Teplice betroffen.

Die Züge der Nationalparkbahn U 28 können innerhalb Deutschlands nicht genutzt werden. Zwischen Sebnitz und Bad Schandau fahren Schienenersatzverkehrs-Busse, zwischen Bad Schandau und Schöna können die Fahrgäste auf die S-Bahn ausweichen.

Die Busse der Linie T in Sebnitz, die witterungsbedingt bereits seit 10.02.2021 die Haltestelle Dolní Poustevna stred nicht bedienen konnten, bieten weiterhin keine Fahrten grenzüberschreitenden Fahrten an. Der sonstige innerstädtische Verkehr in Sebnitz rollt planmäßig weiter.

Die Busse der Linie 398 (Dresden – Altenberg – Zinnwald – Teplice) fahren nur bis Zinnwald Wendeplatz sowie innerhalb Tschechiens zwischen Cinovec und Teplice.

Die grenzüberschreitende Fähre Schöna – Hřensko, die witterungsbedingt bereits seit 08.02.2021 nicht verkehrt, bleibt weiterhin außer Betrieb.

Genaue Fahrplanauskünfte sind in Kürze an der VVO-InfoHotline unter 0351 / 852 65 55 und im Internet unter www.vvo-online.de, www.bahn.de sowie www.rvsoe.de erhältlich.

Quelle: VVO

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Datum 12.02.21

Ein ICE in Lichterfelde: DB-Versuchszug fährt auf der Berliner Goerzbahn

 

Das advanced TrainLab der DB ist versuchsweise auf der Goerzbahn unterwegs (Foto: DB AG / Volker Emersleben)

  • Strecke könnte Ort für Testfahrten des advanced TrainLab werden
  • Einzigartige Bedingungen für bahntechnische Versuche

(Berlin 12. Februar 2021) Neues Leben für eine alte Strecke: Die Goerzbahn in Berlin-Lichterfelde könnte zur einzigartigen Teststrecke für neue Entwicklungen im Eisenbahnbetrieb werden. Der Versuchszug der Deutschen Bahn, das advanced TrainLab, war an diesem Freitag auf dem kurzen Streckenabschnitt zwischen dem Bahnhof Lichterfelde West und dem Bahnhof Schönow unterwegs. Das Team des TrainLab will herausfinden, ob sich die Strecke dauerhaft für Testfahrten eignet.

Die 2,5 Kilometer lange Strecke bietet optimale Voraussetzungen, um verschiedene Systeme zur Objekt- und Hinderniserkennung sowie zur Umfelderkennung zu erproben. Mit diesen Technologien soll der Bahnbetrieb noch zuverlässiger und sicherer werden. Eine Besonderheit der Strecke ist die große Zahl an Bahnübergängen: Es gibt rund 40 Stellen, an denen Autoverkehr die Schienen queren kann. Auch der Abstand zum Verkehr auf dem direkt daneben verlaufenden Dahlemer Weg ist so gering wie fast nirgends in Deutschland.

Verläuft die Fahrt erfolgreich, könnte das TrainLab immer wieder auf der Goerzbahn unterwegs sein. Die 2,5 Kilometer lange Strecke ist mehr als 100 Jahre alt. Sie beginnt am Bahnhof Lichterfelde West und führt parallel zum Dahlemer Weg bis zum Bahnhof Schönow. Bis zum Jahr 2018 gab es hier regelmäßigen Güterverkehr. Seitdem fuhr auf der Goerzbahn kein Zug mehr.

Das advanced TrainLab ist ein dieselgetriebener „ICE TD“ der Baureihe 605. Der Zug ist ein rollendes Labor für neue Zug-Technologien. Die DB nutzt ihn in Kooperation mit Industriepartnern, um technische Eisenbahnsysteme zu verbessern. Getestet werden außer der Hinderniserkennung beispielsweise Technologien, mit deren Hilfe der Zustand der Gleise während der Fahrt untersucht werden kann. Durch den Dieselantrieb ist der Zug nicht auf eine Oberleitung angewiesen und kann fast überall fahren. Bereits seit einigen Monaten fährt das TrainLab mit Öko-Diesel, der eine CO2-Reduktion um bis 92% ermöglicht.

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der DB für Berlin:

„Bahnverkehr auf der Goerzbahn soll kein Auslaufmodell sein! Wir loten aus, welche Chancen es in Zukunft mit dem Land Berlin für diese Strecke geben kann. Die Goerzbahn liegt im öffentlichen Straßenland. Wenn man so will, wird das TrainLab dort ein bisschen wie eine Straßenbahn unterwegs sein – ein Bild, das man so im Eisenbahnnetz Deutschlands noch nie gesehen hat.“

Tobias Fischer, Leiter Technik TecLab der Deutschen Bahn:

„Beide Fahrzeugfrontseiten des TrainLab sind mit umfangreicher Sensorik bestückt. Diese hilft uns, Objekte, Hindernisse, aber auch das gesamte Umfeld des Zuges zu erkennen. Wir erproben, inwieweit diese Technik beispielsweise automatisiertes Bremsen erlaubt. Das advanced TrainLab fährt aber nicht automatisch, sondern es sammelt vor allem Daten. Diese Daten sind wichtig, damit wir sehen, wie die Technik verbessert werden und dann tatsächlich in anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommen kann.“

Quelle: Deutsche Bahn

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Datum 03.02.21

Ab jetzt in der RMV-App: RMV-Auslastungsprognose und Verbindungs-auskunft mit Fahrrad, Carsharing und Taxi

  • Piktogramm in RMV-Verbindungsauskunft weist auf voraussichtliches Fahrgastaufkommen hin
  • Vernetzung von Bus und Bahn mit weiteren Verkehrsmitteln für die erste und letzte Meile Update der RMV-App seit dieser Woche erhältlich

Seit dieser Woche sind die verkehrsmittelübergreifende Verbindungsauskunft und die RMV-Auslastungsprognose über die RMV-App abrufbar. Bisher waren diese Funktionen nur über die mobile Webseite m.rmv.de verfügbar. Das Update zur App-Version 2.12, das ab sofort in den App-Stores von Apple und Google erhältlich ist, integriert die Funktionen nun in den wichtigsten mobilen Kundenkanal des Verbunds.

„Mit der RMV-Auslastungsprognose gehen wir auf ein ganz wichtiges Bedürfnis unserer Fahrgäste während der Corona-Pandemie ein – den Wunsch nach ausreichend Platz in den Fahrzeugen. Bei einer Umfrage gaben ganze 70 Prozent unserer Fahrgäste an, dass die Auslastungsprognose für sie in der aktuellen Lage eine wichtige Maßnahme darstellt, um sich in Bus und Bahn sicher zu fühlen. Mit dem neuen Update machen wir diese Funktion über 2,5 Millionen RMV-App-Besitzern unkompliziert zugänglich“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Darüber hinaus zeigen wir unseren Fahrgästen mit der Integration von Mietfahrrädern, Carsharing und Taxi in die Verbindungsauskunft weitere Fahrtoptionen auf und bieten so eine nahtlose Wegekette von Tür zu Tür. Mit dem Update vereinheitlichen wir das Informationsangebot auf unseren mobilen Kanälen und gehen so einen großen Schritt nach vorne auf dem Weg zur RMV-Mobilitätsplattform.“

Über die verkehrsmittelübergreifende Verbindungsauskunft

Mit der verkehrsmittelübergreifenden Verbindungsauskunft können Fahrgäste bei der Planung ihrer Reiseroute neben den klassischen ÖPNV-Verbindungen mit Bussen und Bahnen auch weitere Verkehrsmittel bzw. Mobilitätsangebote einbeziehen. Möglich sind auch Kombinationen mit Carsharing, Bikesharing, dem Taxi oder dem eigenen Fahrrad. Im ersten Schritt werden neun Mobilitätpartner in der RMV-App integriert. Diese sind: book-n-drive, CityFlitzer book-n-drive, SHARE NOW, TIER Mobility, stadtmobil, eMobil, meinRad (in Mainz und Wiesbaden), nextbike und Taxi Deutschland.

Zusätzlich neu in der RMV-App: Genauer Fahrzeugstandort via Live-Map

Zusätzlich zur verkehrsmittelübergreifenden Verbindungsauskunft bietet das neue App-Update eine Live-Map-Funktion. Auf der Umgebungskarte der App (Abrufbar über: Seitenmenü >>> Umgebungskarte) können Fahrgäste neben Bahnhöfen oder Haltestellen jederzeit und aktuell die Live-Standpunkte von Bussen, Bahnen, Sharing-Fahrzeugen oder Mietfahrrädern einsehen.

Über die RMV-Auslastungsprognose

In der RMV-Auslastungsprognose wird die prognostizierte Fahrzeugbelegung in Form eines Piktogramms in der Verbindungsauskunft angezeigt. Ist das zu erwartende Fahrgastaufkommen auf der gewünschten Verbindung hoch, werden dem Fahrgast alternative Routen mit voraussichtlich geringerem Fahrgastaufkommen vorgeschlagen. Das Pilotprojekt haben RMV, VGF, traffiQ und der Auskunftsspezialist HaCon nach Zuspitzung der Corona-Krise innerhalb kürzester Zeit auf die Beine gestellt.

Über die RMV-App

Seit ihrer Einführung wurde die RMV-App bereits mehr als 2,5 Millionen Mal im Google Play- und Apple-Store heruntergeladen. Dabei wird sie als Vertriebskanal immer wichtiger: Bis Ende 2020 ist die Zahl der registrierten Nutzer im Vergleich zu 2019 um 20 Prozent gestiegen. Insgesamt werden über die App etwa 12 Prozent aller Einzel- und Tageskarten vertrieben, mit steigender Tendenz. Eine Auswahl der Funktionen der RMV-App finden sich unter www.rmv.de > Service > Online-Services > Die RMV-App.

Quelle: RMV

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Datum 01.02.21

Bald ganz ohne Operator: Autonomes Shuttle „EASY“ befährt Areal der VGF-Stadtbahnzentralwerkstatt

  • Betrieb ohne Begleitperson angepeilt
  • wichtiger Meilenstein für den Einsatz autonomer Shuttles als bedarfsgerechte Ergänzung von Bus und Bahn

Das autonome Shuttle EASY des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) nimmt Kurs auf einen weiteren Meilenstein: Beim in dieser Woche gestarteten Einsatz auf dem Gelände der Stadtbahnzentralwerkstatt der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) im Frankfurter Stadtteil Rödelheim werden bald die ersten Fahrzeuge ganz ohne Operator an Bord unterwegs sein.

„In den bisherigen Tests haben wir viel über die Fahrzeugtechnik und die Erwartungen unserer Fahrgäste gelernt“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Auf dem Gelände der Stadtbahnzentralwerkstatt testen wir nun erstmals, wie die autonomen Fahrzeuge ohne Operator an Bord fahren und stattdessen zentral von einer Leitstelle überwacht werden. Für die Mobilität der Zukunft ist das ein wichtiger Meilenstein: Schließlich entfalten die Shuttles dann ihr volles Potenzial, wenn sie vollautonom und am besten auf Abruf den Bus- und Bahnbetrieb in den Randlagen und ländlichen Gebieten ergänzen.“

Bislang ist für den Betrieb autonomer Shuttles zur Sicherheit ein Operator an Bord rechtlich vorgeschrieben. Dieser greift zum Beispiel ein, wenn ein Fahrzeug außerplanmäßig stoppt. Um den nächsten Entwicklungsschritt zu bewältigen, ist ein sicherer Betrieb ohne Operator an Bord in mehreren, immer komplexer werdenden Betriebssituationen auf einem definierten Testfeld nachzuweisen. Dazu eignet sich das Gelände der Stadtbahnzentralwerkstatt hervorragend. Damit die Shuttles dort bald ohne Begleitperson fahren dürfen, müssen sie zunächst 200 Übungsstunden mit Operator absolvieren. Danach beginnt der vollautonome Fahrtbetrieb.

Details zum Testfeld

„Ein Test im No-Operator-Betrieb ist der notwendige nächste Schritt der von uns schon am Mainufer erprobten neuen Technologie“, erklärt VGF-Geschäftsführer Michael Rüffer. „Unsere weitläufige Stadtbahnzentralwerkstatt bietet uns dabei perfekte Testoptionen: Wir haben eine gut einen Kilometer lange Fahrstrecke mit insgesamt fünf Haltestellen eingerichtet. Die Fahrzeuge müssen an den Endpunkten jeweils wenden; je nach Bedarf können aber auch noch diverse reale Betriebssituationen nachgestellt werden.“ Neben der Bereitstellung und technischen Betreuung des autonomen Testfelds leistet die VGF einen weiteren wichtigen Beitrag: Sie hat – wie schon beim Testbetrieb am Frankfurter Mainufer 2020 – Operatoren ausgebildet und stellt sie zur Verfügung.

Denn: Operatoren sind auch zum Kennenlernen der Strecke bei diesem Testfeld zunächst an Bord jedes der beiden Shuttles vorgesehen. Doch wenn die Fahrzeuge erfolgreich 200 Fahrstunden absolviert haben, dürfen sie wirklich autonom fahren. Ein Operator wird ihre Bewegungen dann von einer Leitstelle im Gebäude der Stadtbahnzentralwerkstatt aus verfolgen. Die VGF wird den autonomen Betrieb dabei auch in Bezug auf notwendige Genehmigungen und Begutachtungen in der Betreiberrolle begleiten. Wurde auch hier ausreichend Erfahrung gesammelt, dürfen Fahrgäste die autonom fahrenden Kleinbusse benutzen.

Die Erkenntnisse des autonomen Testfeldes wird die EASY-Projektgruppe der Fachwelt zur Verfügung stellen.

Über das Pilotprojekt EASY

EASY (Electric Autonomous Shuttle for You) ist ein Pilotprojekt zum Test von autonomen Fahrzeugen und ihrer Nutzbarkeit für den öffentlichen Nahverkehr. Mit wechselnden lokalen Partnern untersucht der RMV im gesamten Verbundgebiet, wie sich autonome Fahrzeuge unter welchen Umständen in den öffentlichen Nahverkehr eingliedern lassen. Für das Testfeld auf dem Gelände der Stadtbahnzentralwerkstatt hat der Verbund sich mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) zusammengetan, die VGF stellt die Operatoren sowie das Testfeld auf ihrem Betriebsgelände zur Verfügung. Das RMV-Tochterunternehmen rms übernimmt in dem Projekt die Gesamtleitung und die RMV-Tochter fahma den Kauf und die Bereitstellung der Fahrzeuge.

Weitere Informationen bietet die Website www.probefahrt-zukunft.de

Quelle: RMV

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