Verkehrsnachrichten-Rubrik: Archiv Dezember 2021

Datum 28.12.21

Tarifwechsel 2022: Das ändert sich zum 1. Januar im RMV

  • Durchschnittliche Preisanpassung in Höhe von 1,5 Prozent
  • Ausweitung der Tarifanerkennung zwischen RMV und VRM

Der RMV-Tarifwechsel bringt zum 1. Januar neue Preise und Änderungen im Westen des Verbundgebiets: Der RMV und der Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) weiten dort die gegenseitige Tarifanerkennung aus.

Zum 1. Januar passt der RMV seine Fahrkartenpreise wie in den vergangenen Jahren auch um durchschnittlich 1,5 Prozent an. „Die Tarifanpassung liegt damit nicht nur deutlich unter der aktuellen Inflationsrate, sondern angesichts der steigenden Diesel- und Energiepreise auch deutlich unter unserer Kostensteigerungsrate und ist im Sinne der Fahrgäste und des Klimaschutzes damit auf das absolut zwingend notwendige begrenzt“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Den dreifachen Spagat zwischen steigenden Kosten, attraktiven Fahrpreisen und einem dichten Angebot kann der ÖPNV jedoch nur dann dauerhaft vollziehen, wenn die Finanzierung nachhaltig gesichert ist, zum Beispiel über alternative Finanzierungsformen.“

Tarifbeispiele (Erwachsene):

Beispielstrecke

Preis bis 31.12.2021

Preis ab
01.01.2022

Veränderung in Prozent

Einzelfahrt Frankfurt

2,75 Euro

2,75 Euro

0

Einzelfahrt Frankfurt am Main – Wiesbaden

8,80 Euro

8,95 Euro

1,7

Jahreskarte Wiesbaden – Frankfurt Flughafen

1.396,50 Euro

1.417,10
Euro

1,5

SchülerTicket Hessen

365,00 Euro

365,00 Euro

0

SeniorenTicket Hessen

365,00 Euro

365,00 Euro

0

Die vollständige Preistabelle finden Sie auf www.rmv.de.

Einfacher verbundübergreifend unterwegs im Westen

Ab dem kommenden Jahr können Kundinnen und Kunden des VRM den Busverkehr innerhalb des Kragens Limburg-Westerwald ohne Aufpreis nutzen. Das Schülerticket Hessen gilt nun auch auf der Linie 570 im Aartal. Außerdem dehnt der RMV sein Tarifgebiet aus: Durch einen neu geschaffenen Übergangstarif gibt es erstmals durchgängige Fahrkarten von Frankfurt nach St. Goarshausen. So können die Gemeinden Kaub und St. Goarshausen ab Januar mit RMV-Fahrkarte angefahren werden.

„Gerade im Mittelrheintal fahren viele Menschen regelmäßig zwischen den Verbünden hin und her. Mit der erweiterten Tarifanerkennung schaffen wir mehr Anreize für Fahrten über Verbundgrenzen hinweg und sorgen so dafür, dass unser Angebot noch komfortabler nutzbar ist“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat.

Der RMV weitet außerdem die Nutzbarkeit des VRM-Gästetickets aus: Dieses wird nun auch im Tarifgebiet 6300 bis Hattenheim auf der Schiene und im Busverkehr anerkannt. Davon ausgenommen ist die Gemeinde Heidenrod.

Quelle: RMV

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Datum 21.12.21

3.000 Fahrgäste, 3.000 Kilometer: Autonomes Shuttle EASY beendet Test im Straßenverkehr in Bad Soden-Salmünster

  • RMV zieht positives Fazit
  • Hohes Sicherheitsgefühl der Fahrgäste
  • Schnelle Integration in regulären Straßenverkehr
  • 95 Prozent autonomer Betrieb

Der erste Test eines autonomen Fahrzeugs im regulären Straßenverkehr im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) geht mit einem positiven Fazit zu Ende. An den insgesamt 163 Betriebstagen im Kurgebiet von Bad Soden-Salmünster hat das Fahrzeug über 3.000 Testkilometer absolviert und mehr als 3.000 Personen als Fahrgäste befördert. Das Shuttle hat sich sehr gut in den Verkehr integriert und über 95 Prozent der gefahrenen Kilometer tatsächlich autonom absolviert, ohne, dass der Operator an Bord eingreifen musste. Die häufigste Ursache für Eingriffe durch den Operator waren Falschparker bzw. Autos, die zu weit auf die Fahrbahn ragten. Auch die Bilanz der Fahrgäste fiel positiv aus: 89 Prozent fühlten sich sicher an Bord des Shuttles, das erstmals auch Autoverkehr bei seinem Betrieb berücksichtigen musste. 80 Prozent der Fahrgäste wären sogar ohne Operator mitgefahren. Seit Mai 2021 fuhr das Fahrzeug auf einem 1,3 km langen Rundkurs durchs das Kurgebiet von Bad Soden-Salmünster und hielt dabei unter anderem an der Spessart Therme, der Salztal Klinik und dem Parkplatz Festplatz. Seit Juni durften dann auch Fahrgäste kostenlos mitfahren. Aus Sicherheitsgründen war ein Operator an Bord vorgeschrieben.

„Aus unseren anderen Testfeldern wissen wir, dass Fahrgäste dem EASY-Shuttle vertrauen“, sagt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Dass sie sich auch in einem autonomen Fahrzeug im regulären Straßenverkehr sicher fühlen, freut mich besonders. Das Testfeld in Bad Soden-Salmünster hat uns einen großen Schritt weitergebracht bei unserem Ziel, in Zukunft autonome Shuttles als Ergänzung von Bus und Bahn einzusetzen.“

Thorsten Stolz, Landrat des Main-Kinzig-Kreises: „Um den öffentlichen Personennahverkehr auch im ländlichen Raum attraktiver zu machen, setzen wir auch auf neue Technologien wie autonome Fahrzeuge. Diese könnten in Zukunft Shuttleservices auf wenig befahrenen Strecken oder zu Tageszeiten anbieten, wenn sich ein reguläres Busangebot nicht lohnt.“

Winfried Ottmann, Verkehrsdezernent des Main-Kinzig-Kreises und RMV-Aufsichtsratsmitglied: „Wie schnell sich eine neue Technologie etabliert, hängt auch von der Akzeptanz und der Kooperationsbereitschaft der anderen Verkehrsteilnehmer ab. Das EASY-Shuttle hat sich innerhalb kürzester Zeit in den regulären Straßenverkehr eingefügt und kam sehr gut mit den Bedingungen vor Ort klar.“

Dominik Brasch, Bürgermeister Bad Soden-Salmünster: „Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sich EASY in unser Stadtbild integriert hat. Sowohl für Kurgäste als auch für Bürgerinnen und Bürger war es eine tolle Gelegenheit, die neue Technologie des autonomen Fahrens hautnah erleben zu können. Und das Interesse war groß. Ich bin sehr froh, dass wir das EASY-Testfeld bei uns in Bad Soden-Salmünster beherbergen durften.“

Rüdiger Krenkel, Geschäftsführer der KVG Main-Kinzig mbH: „Anfangs musste das Shuttle noch häufiger stoppen, weil Autos oder andere Straßenteilnehmer nach dem Überholen zu eng vor dem Fahrzeug wieder eingeschert hatten. Aber die gegenseitige Gewöhnung ging dann doch recht schnell, sodass sich EASY gut in den Straßenverkehr integrieren konnte.“

Oliver Habekost, Geschäftsführer Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH: „Sechs unserer Mitarbeiter haben sich zum Operator ausbilden lassen. Ich freue mich sehr, dass wir den Betrieb so eng begleiten und zum Beispiel durch das Beantworten von Fragen die Akzeptanz der Fahrgäste für die neue Technologie weiter steigern konnten.“

So geht es mit EASY weiter

Das Testfeld am Kloster Eberbach macht ab dem 20.12.2021 Winterpause. Voraussichtlich von Februar bis Sommer 2022 können dann wieder Fahrgäste mit dem Shuttle fahren. Auf dem Gelände der Stadtbahnzentralwerkstatt der Verkehrsgesellschaft Frankfurt war der 11-monatige Test im No-Operator-Betrieb bereits im November zu Ende gegangen. Weitere Testfelder sind für das kommende Jahr in Planung, um an die bereits gewonnenen Erkenntnisse anzuknüpfen.

Über das Pilotprojekt EASY

EASY (Electric Autonomous Shuttle for You) ist ein Pilotprojekt zum Test von autonomen Fahrzeugen und ihrer Nutzbarkeit für den öffentlichen Nahverkehr. Mit wechselnden lokalen Partnern untersucht der RMV im gesamten Verbundgebiet, wie und unter welchen Umständen sich autonome Fahrzeuge in den öffentlichen Nahverkehr eingliedern lassen. Für das Testfeld in Bad Soden-Salmünster hat der Verbund sich mit dem Main-Kinzig-Kreis, der Stadt Bad Soden-Salmünster, der KVG Main-Kinzig und dem RVMK zusammengetan. Das RMV-Tochterunternehmen rms übernimmt in dem Projekt die Gesamtleitung und die RMV-Tochter fahma die Bereitstellung der Fahrzeuge zusammen mit den Genehmigungen und weiterer notwendiger Dienstleistungen. Die wissenschaftliche Begleitung des Pilotprojektes erfolgt durch die University of Applied Sciences Frankfurt, die dabei seitens des House of Logistics & Mobility (HOLM) als regionaler Entwicklungs- und Vernetzungsplattform unterstützt wird. www.probefahrt-zukunft.de

Quelle: RMV

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Datum 18.12.21

Zugverkehr nach Wiesbaden Hauptbahnhof startet Mittwoch wieder

Am 22.12.2021 nehmen die vier betroffenen Verkehrsunternehmen wieder den Zugverkehr nach Wiesbaden Hauptbahnhof auf. Um 0:54 Uhr ist die erste Ankunft einer S-Bahn vorgesehen. Voraussichtlich um 03:18 Uhr wird eine Fahrt der S-Bahnlinie S8 als erster planmäßiger Zug nach mehr als sechsmonatiger Sperrung im Wiesbadener Hauptbahnhof starten. In den Monaten zuvor war die Landeshauptstadt lediglich mit der Linie RB21 von/nach Niedernhausen auf der Schiene erreichbar.

Mit dem Start des Zugverkehrs enden verschiedene Ersatzmaßnahmen wie der Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die zusätzliche Buslinie 928 fährt noch bis inklusive Donnerstag, 23. Dezember 2021, die Ausweitung des Platzangebots auf der Ländchesbahn wird noch bis Heiligabend fortgeführt. Die Zusatzfahrten der X26 von/nach Hofheim finden bis auf weiteres weiterhin statt.

Die geplanten ersten Zugfahrten im Wiesbaden Hauptbahnhof sind:

DB Regio AG

S1 (Wiesbaden – Frankfurt – Rödermark Ober-Roden): Ankunft 00:54 Uhr, Abfahrt 03:35 Uhr

S8: (Wiesbaden – Frankfurt – Hanau): Ankunft 01:14 Uhr, Abfahrt 03:18 Uhr

VIAS

RB10 (Frankfurt – Wiesbaden – Koblenz – Neuwied):

RB 25000 in Richtung Neuwied um 05:33 Uhr

RB 25001 aus Rüdesheim, Ankunft um 05:25 Uhr und Weiterfahrt um 05:32 Uhr nach Frankfurt

Vlexx

RB33: (Wiesbaden – Mainz – Idar-Oberstein):

RB 29681 aus Budenheim, Ankunft in Wiesbaden Hbf um 07:32 Uhr

HLB Hessenbahn GmbH

RB75 (Wiesbaden – Mainz – Darmstadt – Aschaffenburg):

RB 28701 Richtung Aschaffenburg um 04:36 Uhr

RB 28750 aus Darmstadt, Ankunft um 05:48 Uhr

Die entsprechenden Fahrzeiten sind bereits in der Verbindungsauskunft hinterlegt.

Quelle: RMV

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Datum 16.12.21

Aartalbahn-Untersuchung auf den Weg gebracht

Der RMV, die Landeshauptstadt Wiesbaden und der Rheingau-Taunus-Kreis haben gemeinsam mit einer Untersuchung für den Südabschnitt der Aartalbahn von Wiesbaden nach Bad Schwalbach begonnen. Die Untersuchung soll darüber Aufschluss geben, welche technischen Maßnahmen notwendig wären, um dort wieder planmäßig Personenzüge anzubieten. Sie ergänzt eine vor zwei Jahren erfolgte Untersuchung des Abschnitts von Bad Schwalbach bis Diez, die wegen der damals noch geplanten CityBahn Wiesbaden den Südabschnitt nicht betrachtet hatte.

Mit Ergebnissen wird im Lauf des nächsten Jahres gerechnet. Damit liegt dann eine aktuelle Zustandsbeschreibung für die gesamte Aartalbahn vor und ermöglicht weitere Überlegungen und Schritte für eine Reaktivierung. Mit dem im Jahr 2020 novellierten Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz und dem entsprechenden, derzeit in Überarbeitung befindlichen Bewertungsverfahren beabsichtigt der Bund, die Reaktivierung von Bahnstrecken für den Personenverkehr künftig zu erleichtern.

Quelle: RMV

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Datum 16.12.21

Ausschreibung gestartet für Eisenbahnnetze Mitteldeutsche S-Bahn und Ostthüringen

Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt starten in diesen Tagen die Vergabeverfahren „Mitteldeutsches S-Bahnnetz 2025 plus“ (MDSB2025+) und „Ostthüringennetz“ (OTN).

Für Sachsen-Anhalt betrifft dies im MDSB2025+ die S-Bahn-Linien S3, S 5/5x und S 6, die Halle (Saale), Naumburg und Weißenfels mit Leipzig verbinden. Angebotsverbesserungen für Sachsen-Anhalt ergeben sich insbesondere mit der Durchbindung der S 5/5x von/nach Halle-Trotha sowie der S 6 von Naumburg, Weißenfels und Bad Dürrenberg in den Leipziger City-Tunnel. Als Option aufgenommen wurde die Führung der Linie S 6 nach Merseburg. Mit dem neuen Verkehrsvertrag sollen erstmals der Burgenland- und der südliche Saalekreis in das Mitteldeutsche S-Bahnnetz eingebunden werden. Der Vertrag für das jetzige „Mitteldeutsche S-Bahnnetz I“ endet im Dezember 2025; die Leistungen werden erneut im Wettbewerb vergeben. Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025. Der aktuelle Betreiber ist DB Regio.

Im OTN betrifft dies für Sachsen-Anhalt die Linien RE 12 und RB 22, die Zeitz mit Leipzig, Gera und Saalfeld verbinden. Optional aufgenommen wurde die Linie RB 76 von Zeitz nach Weißenfels. Vorgesehen ist mit der Neuausschreibung des jetzigen „Dieselnetzes Ostthüringens“ für Sachsen-Anhalt eine Angebotsverbesserung zwischen Leipzig und Zeitz in der morgendlichen Hauptverkehrszeit: ein zusätzliches Zugpaar sorgt dann früh für einen 30-min-Takt. Das Netz wird im Wettbewerb vergeben. Betriebsaufnahme ist zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024. Der aktuelle Betreiber ist die Erfurter Bahn sowie DB Regio bei der RB 76.

Die Weiterentwicklung des Angebotes auf dieser Strecke zur S-Bahn bleibt der Folgevergabe in den 2030er Jahren vorbehalten. Bis dahin wird die Strecke voraussichtlich im Zuge des Strukturstärkungsgesetzes ausgebaut.

Zeitpläne

Im Vergabeverfahren Netz MDSB2025+ haben interessierte Bieter bis Ende April 2022 Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Sommer 2022 den Zuschlag zu erteilen.

Im Vergabeverfahren Netz OTN haben interessierte Bieter bis Ende April Zeit, sich zu bewerben. Geplant ist, im Herbst 2022 den Zuschlag zu erteilen.

Die jeweils beauftragten Verkehrsunternehmen haben dann bis zur Betriebsaufnahme Zeit, um die Fahrzeuge zu beschaffen oder zu modernisieren, eventuelle Werkstattkapazitäten aufzubauen und das Personal einzustellen bzw. zu übernehmen.

Zur Information

An der europaweiten Ausschreibung des Netzes MDSB2025+ beteiligen sich neben Sachsen-Anhalt (vertreten durch die NASA) der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), die sächsischen Zweckverbände Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und ÖPNV Vogtland (ZVV) sowie der Freistaat Thüringen, vertreten durch das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Der ZVNL führt das Vergabeverfahren federführend durch. Das Netz MDSB2025+ umfasst jährlich rund 11,5 Mio. Zugkilometer, davon circa 2,3 Millionen Zugkilometer (einschließlich der genannten Option S 6 nach Merseburg) in Sachsen-Anhalt. Die Vertragslaufzeit beträgt 12 Jahre und beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025.

An der europaweiten Ausschreibung des Netzes OTN beteiligen sich neben Sachsen-Anhalt (vertreten durch die NASA) der Freistaat Thüringen (hier Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft), die Bayrische Eisenbahngesellschaft mbH (BEG), der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) und der Zweckverband ÖPNV Vogtland (ZVV). Der Freistaat Thüringen (hier Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft) führt das Vergabeverfahren im Auftrag der Länder durch. Das Netz Ostthüringen umfasst jährlich rund 4,5 Mio. Zugkilometer, davon circa 0,7 Millionen Zugkilometer pro Jahr (einschließlich der genannten Option RB 76 Zeitz - Weißenfels) in Sachsen-Anhalt. Die Vertragslaufzeit beträgt 12 Jahre und beginnt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024.

Quelle: NASA

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Datum 01.12.21

Verkehrsverbund Oberelbe stellt Weichen für 2022

  • Haushalt 2022 mit Rekordvolumen beschlossen
  • Angebotsverbesserungen zum Jahreswechsel
  • Tarifanpassung zum 1. April 2022

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) hat auf seiner heutigen Verbandsversammlung Bilanz für 2021 gezogen und wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Die Corona-Pandemie hat auch in diesem Jahr deutliche Spuren hinterlassen: Die zwölf Unternehmen verzeichnen voraussichtlich bis Jahresende Rückgänge bei Einnahmen und Ausgleichszahlungen von rund 23 Millionen Euro gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019, die Fahrgastzahlen gingen nach ersten Schätzungen um circa 17 Prozent zurück. Dennoch will der Verbund das Angebot für 2022 auf dem jetzigen Niveau halten, punktuell ausbauen und zudem weiter in einen modernen Nahverkehr investieren.

Haushalt 2022 mit weiteren Investitionen

Die Verbandsversammlung hat heute den Haushalt für das kommende Jahr mit einem Rekord-Volumen von rund 146 Millionen Euro beschlossen. Davon fließen 117 Millionen in den Eisenbahnverkehr und 4 Millionen in den Bus- sowie Nachtverkehr. Für die Finanzierung des Verbundtarifs, inklusive des Bildungs- und des AzubiTickets, sind 13 Millionen Euro eingeplant. „Damit sichern wir das bestehende umfangreiche Angebot in der Region“, betont Landrat Michael Harig, Vorsitzender des Zweckverbandes. „Zudem werden wir 2,5 Millionen Euro in den weiteren Ausbau des Nahverkehrs investieren.“ Der Haushalt spiegelt auch die enge Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen wider, der neben dem Ausgleich pandemiebedingter Einnahmeausfälle zusätzliche Mittel für Angebotsverbesserungen und für neue Tickets zur Verfügung stellt. „Nach dem erfolgreichen Start des AzubiTickets 2019 können wir in diesem Jahr sehr zufrieden auf den Start des BildungsTickets zurückblicken, das VVO-weit bereits von 62.700 Schülerinnen und Schülern genutzt wird“, resümiert Michael Harig. „Mit dem Kompetenzcenter Sachsentarif arbeiten wir zudem gemeinsam an der Einführung des neuen Tarifs für den ganzen Freistaat, der 2023 starten soll.“ Weiteren Rückenwind erwartet der VVO durch die im Koalitionspapier der zukünftigen Bundesregierung geplanten Maßnahmen zur Verkehrswende. Mit der vorgesehenen Verlängerung des Corona-Rettungsschirms für den Nahverkehr sowie der perspektivisch geplanten weiteren Erhöhung der Bundesmittel für den Eisenbahnverkehr bestehen gute Chancen, das gute Angebot zu sichern und auszubauen, um auch hier in der Region zur Umsetzung des bundespolitischen Ziels einer Verdopplung der Fahrgastzahlen beizutragen.     

Angebotsverbesserungen zum Jahreswechsel

Dank der finanziellen Unterstützung durch den Freistaat Sachsen kann ab dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember das Angebot auf der wichtigen Strecke Dresden – Kamenz ausgebaut werden. In den Hauptverkehrszeiten früh und nachmittags fahren die Züge zukünftig alle 30 Minuten, so dass hier zusammen mit den barrierefreien Stationen, zahlreichen Busverknüpfungen und über 400 P+R-Plätzen entlang der Strecke, ein S-Bahn-Standard erreicht wird. Am 1. Januar 2022 verbessert sich zudem das Busangebot im gesamten Landkreis Bautzen. Zukünftig werden die Busse von Regionalbus Oberlausitz (RBO) und weiterer Partnerunternehmen über 12 Millionen Kilometer pro Jahr zurücklegen – zwei Millionen mehr als bisher. Zusätzliche PlusBus- und TaktBus-Linien schaffen neue und schnellere Verbindungen. Im Auftrag des Landkreises Bautzen wurde das gesamte Busnetz überplant, so dass Gewerbestandorte, aber auch Schulen und Wohnsiedlungen, die in den letzten Jahren neu entstanden, besser angebunden sind.

VVO-Tarif wird zum 1. April 2022 angepasst

Neue Tarifabschlüsse für die Mitarbeiter sowie insbesondere die steigenden Kosten für Energie und Material machen eine Tarifanpassung zum 1. April 2022 notwendig. Die Preise im VVO steigen dann um durchschnittlich 4,7 Prozent. Der Preis für eine Einzelfahrt in Dresden steigt um 20 Cent auf 2,70 Euro, in allen anderen Tarifzonen bleibt der Preis stabil bei 2,50 Euro. Für längere Fahrten durch mehrere Tarifzonen steigt der Preis der Einzelfahrt um 20 bis 40 Cent. Die 4er-Karte bleibt trotz einer Anhebung um 40 Cent auf 9,40 Euro eine preiswerte Alternative für Gelegenheitsfahrer. Tageskarten für eine Tarifzone werden um 40 Cent teurer, für längere Strecken sowie für Familien und kleine Gruppen steigen die Preise zwischen 60 Cent und 1,50 Euro an. Wochen- und Monatskarten werden durchschnittlich um 4,4 Prozent teurer. „Die von Stammkunden und Pendlern häufig genutzten Abo-Monatskarten werden dagegen unterdurchschnittlich nur um rund zwei Prozent angehoben“, erläutert Burkhard Ehlen, Geschäftsführer des VVO. „Diese Fahrgäste sind dem VVO und seinen Partnern auch in der Pandemie treu geblieben – mit der moderaten Anpassung möchten wir ein Zeichen setzen.“ So wird beispielsweise die Abo-Monatskarte für Dresden um 1,20 Euro erhöht und kostet dann 54,90 Euro. Die vom Freistaat unterstützen Tickets für Schüler und Auszubildende bleiben im Preis stabil, ebenso die insbesondere für Klassenausflüge genutzten SchülergruppenTickets. Mit der Tarifanpassung wird zudem ein Ticket für den Verkehr in kleinen Städten eingeführt. „Im Rahmen eines Pilotprojektes starten wir im Stadtgebiet Hoyerswerda ein attraktives Tagesticket für 3,50 Euro“, erklärt Burkhard Ehlen. „In den kommenden zwei Jahren werden die Verkehrsgesellschaft Hoyerswerda (VGH) und der Verbund die Akzeptanz testen und dann über eine dauerhafte Einführung für diese und andere kleinere Städte im Verbund entscheiden.“

Das Gebiet des VVO umfasst neben der Landeshauptstadt Dresden die Landkreise Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und den westlichen Teil des Landkreises Bautzen mit insgesamt 1,2 Millionen Einwohnern. Der kommunale Zweckverband ist für den Schienenpersonennahverkehr verantwortlich. Darüber hinaus kooperiert er mit den kommunalen Verkehrsbetrieben und gestaltet einen einheitlichen Tarif.

Quelle: VVO

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Datum 01.12.21

Wiederaufnahme des Verkehrs im Sebnitztal

  • Ab 4. Dezember 2021 wieder Zugverkehr Bad Schandau - Sebnitz

Ab 4. Dezember können die Züge der Nationalparkbahn U 28 wieder durchgehend von Děčín über Bad Schandau und Sebnitz nach Rumburk rollen. Damit kann der wegen Unwetterschäden an der Strecke eingerichtete Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Bad Schandau und Sebnitz früher eingestellt werden als ursprünglich geplant. Die erste Stufe der Beseitigung der Schäden sollte nach bisherigem Stand bis zum 10. Dezember erfolgen. In den nächsten Monaten müssen weitere Bauarbeiten ausgeführt werden, die jedoch nur geringfügige Auswirkungen auf den Zugverkehr haben werden. Notwendig sind Arbeiten zur Dammstabilisierung im Bereich Rathmannsdorf und die nachhaltige Herstellung von Entwässerungs- und Hangsicherungsanlagen, um künftigen Unwettern standzuhalten.

Beim Unwetter am 17./18. Juli wurde der Gleiskörper der Nationalparkbahn in den Bereichen Kohlmühle und Rathmannsdorf stark beschädigt. In den vergangenen Monaten erfolgten die Aufräumarbeiten, die Begutachtung der Schäden, Planungen und begleitende Abstimmungen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden sowie mit erster Priorität die Arbeiten zur Wiederherstellung der Befahrbarkeit der Strecke. Da es dort bereits beim Hochwasser 2010 Schäden gab, soll der jetzige Wiederaufbau gesamthaft so robust erfolgen, dass der Bahndamm auch wiederkehrenden Unwettern standhält und den Ansprüchen einer vorsorglichen Gefahrenabwehr genügt.

Quelle: VVO

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Datum 01.12.21

Abellio beendet zum 31. Januar 2022 seine verkehrsvertraglichen Pflichten in Nordrhein-Westfalen

Die Geschäftsführung von Abellio in Nordrhein-Westfalen hat im Rahmen einer Betriebsversammlung in der Werkstatt Hagen erläutert, dass Abellio NRW seinen Betrieb zum 31. Januar 2022 einstellen und die Verkehre an neue Betreiber übergeben wird. Betroffen davon sind die von Abellio NRW betriebenen Linien von S-Bahn Rhein-Ruhr, Rhein-Ruhr-Express, Niederrhein-Netz, Ruhr-Sieg-Netz und S7/Der Müngstener.

Eine mit den Aufgabenträgern geschlossene Fortführungsvereinbarung sichert den Fahrgastbetrieb nur noch bis 31. Januar 2022. Abellio NRW hatte mehrfach gegenüber den Aufgabenträgern VRR, NVR und NWL unterstrichen, dass das Unternehmen langfristig Verantwortung für Fahrgäste und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen will. Ein Langfrist-Angebot hatten die Gremien der Aufgabenträger am 22. November abgelehnt.

Die Aufgabenträger haben parallel zu den Verhandlungen Notvergaben für die fünf von Abellio in NRW befahrenen Netze ab 1. Februar 2022 eingeleitet. Für die Übernahme von Leistungen im Rahmen einer Notvergabe wurde Abellio seitens der Aufgabenträger nicht eingeladen. Dies bedeutet das Aus des Unternehmens Abellio Rail GmbH mit Sitz in Hagen. Die anderen Abellio-Unternehmen sind davon nicht betroffen und fahren weiter.

Ziel ist es jetzt, die mehr als 1.000 Arbeitsplätze der Abellio-MitarbeiterInnen nachhaltig zu sichern und eine geordnete Übergabe an neue Betreiber auf den Weg zu bringen. Abellio wird dazu im Interesse der Fahrgäste und der Beschäftigten die erforderlichen Vorkehrungen treffen.

Quelle: Abellio GmbH

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