DLR nimmt weltweit einzigartiges Katapult für Hochgeschwindigkeitszüge in Betrieb

 

Um Züge schneller und sparsamer zu machen, ist die Formgebung von entscheidender Bedeutung. Der Untersuchung der aerodynamisch optimalen Form künftiger Schienenfahrzeuge dienen zwei neue Forschungsanlagen im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen, die am 8. Oktober 2010 der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind. Weltweit  einzigartig ist eine Tunnel-Simulationsanlage, in der Wissenschaftler das Fahrverhalten von Zugmodellen bei Geschwindigkeiten bis zu 400 Stundenkilometern untersuchen können. Für die beiden Anlagen wurden mehr als drei Millionen Euro investiert.

 

Bei den beiden neuen Anlagen handelt es sich um eine weltweit einzigartige Tunnelsimulations- und eine Seitenwindversuchsanlage.

Auf der mehr als 60 Meter langen Anlage werden Zugmodelle auf eine Geschwindigkeit von 400 Stundenkilometer katapultiert. Die Modelle sind im Maßstab 1:20 bis 1:100 verkleinert. Mit modernster Messtechnik wird untersucht, wie sich die Aerodynamik von Hochgeschwindigkeitszügen in einem Tunnel verhält. Die Tunneleinfahrt gilt als besonders kritisch: Wie der Kolben einer Luftpumpe schiebt sich ein Zug in den Tunnel. Dabei entsteht eine Druckwelle, die zu Knallgeräuschen wie bei Überschallfliegern führen kann. Dies zu verhindern, ist ein Ziel der Göttinger Forscher.

 

Ein weiteres Problem für Hochgeschwindigkeitszüge bei Tempo 300 ist das die Spitze von doppelstöckigen Zügen entlastet wird und könnte bei starkem Seitenwind kippen trotz eines Zuggewichts von hunderten von Tonnen.

Auch eine Seitenwind-Versuchsanlage wurde aufgebaut. Mit dieser Anlage kann simuliert werden, welche Kräfte und Drücke bei Seitenwind auf einen Zug wirken. So lassen sich Wege erforschen, wie die Seitenwind-Empfindlichkeit verringert werden kann.

 

 

Vorbild Antike:

Bei der Suche nach einer effizienten Methode Zugmodelle in kürzester Zeit zu beschleunigen wurde man bei den alten Römern fündig. Diese setzten sogenannte Torisionsgeschütze ein, um Pfeile auf Gegner zu schießen.

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