Nachrichten-Rubrik: Lokindustrie

 

Datum 12.05.22

Vertragsunterzeichnung in Chemnitz: Stadler und Chemnitzer Verkehrs- AG vereinbaren Fahrwerksrevision für Stadtbahnen

Am 11. Mai 2022 wurde der Vertrag über die Revision der Fahrwerke von 12 Hybrid-Stadtbahnen vom Typ CITYLINK zwischen der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) und Stadler in Chemnitz unterzeichnet. Bei den CITYLINK, die seit 2016 auf den Linien C13, C14 und C15 im Einsatz sind, handelt es sich um Zweisystemfahrzeuge aus dem Hause Stadler. Das Besondere: Sie fahren sowohl als Straßen- als auch als Regionalbahnen.

Stadler wird die erste planmäßige Revision von 26 Trieb- und 26 Lauffahrwerken durchführen. Die Revision wird von 2022 bis 2024 im Drehgestellrevisionszentrum von Stadler in Schönwalde-Glien bei Berlin stattfinden. Die ersten Fahrwerke werden dafür im Sommer 2022 geliefert.

«Wir freuen uns, mit dem heute unterzeichneten Revisionsvertrag die Zusammenarbeit mit der CVAG zu intensivieren. Dies ist der erste Revisionsauftrag für Stadtbahnen für unser im Jahr 2021 eröffneten Drehgestellrevisionszentrum in Schönwalde-Glien, einem Standort mit einer sehr hohen Fertigungstiefe und modernster Komplettausstattung. Wir sind besonders stolz darauf, in diesen Auftrag unsere Erfahrungen als Schienenfahrzeugentwickler und -hersteller der CITYLINK-Flotte einfließen lassen zu können», sagt Edzard Lübben, Geschäftsführer Stadler Rail Service Deutschland GmbH.

«Uns ist es gelungen, mit Stadler einen leistungsstarken Partner für die Revision der CITYLINK Fahrwerke gewonnen zu haben. Als Tochterunternehmen des Schienenfahrzeugherstellers Stadler hat das Unternehmen Zugriff auf alle technischen und personellen Ressourcen im Unternehmensverbund und damit optimale Voraussetzungen, von denen wir gemeinsam profitieren werden. Mit einem Werk in Schönwalde-Glien verfügt Stadler zudem über ein modern ausgestattetes Kompetenzzentrum und umfangreiches Know-How speziell für die Revision von Fahrwerken,» sagt David Joram, Geschäftsbereichsleiter Technischer Service der CVAG.

Die Hybrid-Stadtbahnen aus dem Hause Stadler können sowohl als Strassenbahn als auch als Regionalbahn mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h eingesetzt werden und wurden ganz auf die infrastrukturellen Gegebenheiten des Chemnitzer Schienennetzes zugeschnitten. Im Strassenbahnnetz können sie im Oberleitungsbetrieb mit einer Gleichspannung von 600 oder 750 Volt betrieben werden, im Eisenbahnnetz werden die Fahrzeuge dieselelektrisch angetrieben. Die Fahrzeuge sind zusätzlich für unterschiedliche Bahnsteighöhen ausgelegt und verfügen über Toiletten und Gepäckablagen. CITYLINK ist eine modular aufgebaute, barrierefreie Niederflur-Stadtbahn-Familie, die einen hohen Sicherheitsstandard und  Fahrkomfort bietet.

Der Fahrzeugeigentümer der CITYLINK-Flotte in Chemnitz ist die Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH und der Betreiber der Fahrzeuge die City-Bahn Chemnitz GmbH. Mit der Instandhaltung ist die CVAG betraut.

Quelle: Stadler Deutschland

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Datum 09.05.22

Zukunftsfähige Mobilität mit 130 neuen Doppelstock-Regionalzügen

  • Mit einem Großauftrag über 130 Doppelstockzüge für den regionalen Bahnverkehr baut das Land Baden-Württemberg die klimaschonende Mobilität aus. Kein anderes Bundesland hat bisher einen Einzelauftrag dieser Größenordnung für die Bestellung von Regionalzügen erteilt. Der Auftragswert für den Kauf der hochmodernen Fahrzeuge und ihre Instandhaltung über 30 Jahre hinweg beträgt rund 2,5 Milliarden Euro. Das Vergabeverfahren ist abgeschlossen und den Zuschlag erhält die Firma Alstom.

09. Mai 2022 – Um den Anforderungen an einen modernen und klimafreundlichen Schienenpersonennahverkehr gerecht zu werden, beschafft das Land Baden-Württemberg zur Inbetriebnahme von „Stuttgart 21“ von Dezember 2025 an 130 neue hochmoderne Doppelstockzüge. Die Firma Alstom setzte sich in einem europaweiten Vergabeverfahren durch, das von der Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg ausgeschrieben worden ist.

Schnelle Züge – hoher Fahrgastkomfort – Rekord-Auftragswert

Der Auftrag umfasst 130 elektrische „Coradia Stream High Capacity“ Doppelstockzüge sowie deren Instandhaltung über 30 Jahre hinweg. Mit einem Auftragswert von rund 2,5 Milliarden Euro ist der Auftrag ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende in Baden-Württemberg. Die Züge sind für ein Tempo bis zu 200 km/h ausgelegt und weisen einen hohen Fahrgastkomfort auf.

Einsatz in den Stuttgarter Netzen nach Inbetriebnahme von S 21

Die Doppelstockfahrzeuge sollen im Großraum Stuttgart auf den Strecken in Richtung Karlsruhe, Pforzheim, Heilbronn, Schwäbisch-Hall, Aalen, Friedrichshafen/Lindau und Tübingen sowie Horb/Rottweil und der Schnellfahrstrecke Stuttgart – Ulm nach und nach eingesetzt werden.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte: „Wir haben bei der Auftragsvergabe sehr hohe Anforderungen an Leistung und an Technik der Fahrzeuge gestellt. Beim Fahrgastkomfort setzen wir neue, in Deutschland bisher noch nicht erreichte Maßstäbe im regionalen Bahnverkehr. Diese Züge sind Sprinter im Nahverkehr. Damit wollen wir viele zusätzliche Fahrgäste gewinnen.“

Vor allem eine neu überarbeitete Gestaltung der Vorgaben für das Innendesign mit Lounge- und Sitzgruppenbereichen, Dekor und Sitzgestaltung zeigen eine deutliche Aufwertung der Fahrzeuge gegenüber dem bisherigen Standard im Regionalverkehr. Neben der Lieferung der Züge liegt auch die Instandhaltung und Wartung der Fahrzeuge über 30 Jahre in der Hand von Alstom. Minister Hermann erläuterte: „Alstom muss täglich einwandfreie Einsatzfähigkeit der Züge im Rahmen des sogenannten Lebens-Zyklus-Modell (LCC-Modell) gewährleisten. Auch wurde darauf geachtet, dass wir trotz sehr antriebsstarker Fahrzeuge mit einer Spitzengeschwindigkeit von 200 km/h auch sehr energiesparsame Fahrzeuge erhalten. Alstom wird über die Vertragslaufzeit auch für einen sparsamen Energieverbrauch einstehen.“

Fahrgäste im Fokus – Bemerkenswerter Reisekomfort für unterschiedliche Zwecke

Die vierteiligen Fahrzeuge bestehen aus je zwei Doppelstock-Steuerwagen und zwei einstöckigen Triebwagen mit insgesamt 380 Sitzplätzen. Sie haben eine Länge von 106 Metern und können in Vierfach-Traktion verkehren. Das Land Baden-Württemberg hat die Rückmeldungen der Fahrgäste in der Vergangenheit gesammelt und soweit möglich, als Vorgaben für die neue Fahrzeugflotte berücksichtigt. Die Fahrzeuge werden nach diesen hohen technischen und gestalterischen Anforderungen für die SFBW Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg gebaut.

Die Komfortmerkmale sind bemerkenswert: Eine für heiße Sommer besonders leistungsstarke Klimaanlage, Steckdosen für Handys und Laptops sowie Leselampen warten ab 2025 auf die Fahrgäste. Lounge-Bereiche, Konferenz- und Familienabteile bieten für verschiedenste Reisesituationen Raum – egal ob zum Arbeiten im Zug oder für eine Urlaubsreise an den Bodensee. Mehrzweckabteile bieten darüber hinaus Platz für großes Gepäck, Kinderwagen und 30 Fahrräder pro Fahrzeug.

Die Fahrzeuge sind für Reisende mit Mobilitätseinschränkungen barrierefrei gestaltet. So ermöglichen die Türschwellen der Fahrzeuge einen stufenfreien Zugang vom Standardbahnsteig mit 76 cm über der Schienenoberkante. Für Bahnhöfe mit abweichenden Bahnsteighöhen gibt es im Wagen für Reisende im Rollstuhl spezielle Hublifte. Alle Fahrzeuge sind selbstverständlich auch mit Universaltoiletten versehen. Besonderer Wert wurde auch auf die Druckdichtigkeit der Fahrzeuge gelegt, um keine Komforteinschränkungen für die Fahrgäste bei der Begegnung mit anderen Zügen im Tunnelbereich und auf den Schnellfahrstrecken zu verursachen. Zusätzlich ist in dem Vertrag eine Nachbestellmöglichkeit für bis zu 100 weitere Züge vorgesehen.

Alstom erhält Zuschlag – Bisher größter Auftrag aus Deutschland

Alstom, ein weltweit führendes Unternehmen in smarter und nachhaltiger Mobilität, hat das Vergabeverfahren über diesen Großauftrag zur Lieferung und Wartung von Regionalzügen für sich entscheiden können. Insgesamt baut der Schienenfahrzeughersteller 130 elektrische Doppelstockzüge vom Typ Coradia Stream High Capacity (HC) für den Einsatz in Baden-Württemberg. Mit einem Volumen von rund 2,5 Milliarden Euro für die ersten 130 Fahrzeuge und deren Wartung über eine Laufzeit von 30 Jahren handelt es sich um den bislang größten Auftrag für Alstom in Deutschland.

Müslüm Yakisan, Präsident der Region DACH bei Alstom erklärte anlässlich der Auftragsvergabe: „Dieser Vertrag markiert ohne jeden Zweifel einen Meilenstein der Zusammenarbeit zwischen Alstom und dem Land Baden-Württemberg. Hochmoderne Züge wie unser Coradia Stream High Capacity sind die beste Antwort auf die Frage, wie dem wachsenden Bedarf an nachhaltigen und zukunftssicheren Mobilitätslösungen in Deutschland begegnet werden kann. Ich freue mich persönlich außerordentlich, dass unser High-Capacity-Konzept das Land Baden-Württemberg überzeugen konnte und Alstom als bevorzugter Partner für die Zukunft der Mobilität in Baden-Württemberg ausgewählt wurde. Diese Entscheidung ist ein Beleg dafür, dass unsere grünen und digitalen Lösungen die heutigen und künftigen Bedarfe an regionaler Mobilität in Deutschland bestens adressieren.“

Der Coradia Stream ist ein hochmoderner Niederflur-Hochleistungstriebwagen, der ein modulares Design bietet, das den Betreibern die Wahl der optimalen Konfiguration und Ausstattung ermöglicht. Der Coradia Stream wurde für den europäischen Markt entwickelt und kann mit allen wichtigen europäischen Stromversorgungssystemen betrieben werden. Insgesamt wurden mehr als 730 Züge der Coradia Stream-Familie von Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Deutschland, Dänemark und Spanien bestellt, was ein bewährtes Produkt darstellt. Die Zugfamilie bietet auch emissionsfreie Traktionslösungen wie Batterie- oder Wasserstoffantrieb für nicht-elektrifizierte Strecken.

SFBW-Geschäftsführer Volker M. Heepen sagte: „Beim Design der Fahrzeuge haben wir besonders auf Komfort für die Reisenden geachtet. So werden verstellbare Sitze, durchdachte Sitzlandschaften, Bereiche für in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen sowie ein innovatives Beleuchtungs-konzept und starkes WLAN vorhanden sein.“

Modernste Signaltechnik für Leuchtturmprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“

Die Züge sind mit Blick auf das Leuchtturmprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“, Deutschlands erstem digitalisiertem Eisenbahnknoten, zudem mit moderner Signal- und Automatisierungstechnik ausgestattet. Sie werden im Jahr 2025 und damit zeitgleich mit den ersten beiden Bausteinen des DKS ihren Betrieb aufnehmen. Die sich daran anschließende Hochrüstung der Fahrzeuge auf den zukünftigen europäischen Standard für grenzüberschreitenden Verkehr im Europäischen Wirtschaftsraum (TSI ZZS 2022) ist bis Mitte 2027 vereinbart. Damit können dann sämtliche Funktionalitäten aller drei Bausteine des DKS genutzt werden. Alstom wurde bereits mit der Nachrüstung der bestehenden SFBW-Fahrzeugflotten der Baureihen Talent 3 und Flirt 3 beauftragt. Auch die neuen Coradia Stream High Capacity werden über das European Train Control System (ETCS) insbesondere der Level 2 und 3 und Fahrzeuggeräte des hochautomatisierten Fahrbetriebs (ATO) im Automatisierungsgrad 2 (GoA 2) verfügen. Damit werden erstmals in Deutschland Neufahrzeuge mit einer Zugintegritätsüberwachung (TIMS) und ETCS Level 3 ausgerüstet und in Teilschritten mit dem Future Railway Mobile Communication System (FRMCS) ausgestattet. Dies erlaubt ein strafferes, dichteres und energiesparenderes Fahren durch digital vorausschauende Signal- und Fahrvorgaben. So wird die Effizienz und Zuverlässigkeit des Regionalverkehrs besonders auf hochfrequentierten Strecken nachhaltig gesteigert.

Durch einen insgesamt reibungsloseren Ablauf des Bahnverkehrs können sich die Fahrgäste auf häufigere Verbindungen und sichere Anschlüsse freuen. Alstom verbindet mit dem Coradia Stream High Capacity auf diese Weise Nachhaltigkeit, Kapazität und Komfort und trägt so dazu bei, den Regionalverkehr langfristig grüner, smarter und bequemer zu gestalten.

Quelle: Alstom

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Datum 05.05.22

Premiere: Deutsche Bahn und Siemens Mobility präsentieren neuen Wasserstoffzug und Wasserstoff-Speichertrailer

 

  • Gemeinschaftsprojekt „H2goesRail“ entwickelt ein völlig neues Wasserstoff-Gesamtsystem für die Schiene
  • Erster Roll-out des Mireo Plus H Wasserstoffzuges von Siemens Mobility und des Wasserstoff-Speichertrailers für mobile Wasserstoff-Schnellbetankung der Deutschen Bahn
  • Projekt „H2goesRail“ wichtiger Schritt für den Dieselausstieg und die klimafreundliche Verkehrswende

Die Deutsche Bahn (DB) und Siemens Mobility treiben die klimafreundliche Verkehrswende auf der Schiene weiter voran. Erstmalig präsentierten beide Partner am Siemens-Fertigungsstandort in Krefeld Elemente des innovativen Gesamtsystems: den neu entwickelten Mireo Plus H, der nächsten Generation eines Wasserstoffzugs, und einen neu konzipierten, mobilen Wasserstoff-Speichertrailer. Das Fahrzeug und die passende Infrastruktur sollen Dieseltriebzüge im Regionalverkehr ersetzen und die CO2-Emissionen auf der Schiene auf null reduzieren.

Das Projekt H2goesRail wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie mit insgesamt 13,74 Mio. Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

„Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, bis 2030 75% des Schienennetzes zu elektrifizieren.“, so Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMDV und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr. „Alternative Antriebe können helfen, die Emissionen des Dieselverkehrs auf der Schiene zu reduzieren. So können wir auch auf den Strecken nahezu klimaneutral fahren, wo eine Vollelektrifizierung nicht möglich ist. Mit H2goesRail wird ein Projekt realisiert, das den Einsatz von Wasserstoff für die Schiene nicht nur erproben, sondern substanziell voranbringen wird.“

„Nur mit einer starken Schiene und alternativen Antriebsarten wird es uns gelingen einen wesentlichen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Der Mireo Plus H ermöglicht einen klimafreundlichen und emissionsfreien Personenverkehr“, sagt Michael Peter, CEO von Siemens Mobility. „Wir haben mit dem Mireo Plus H die nächste Generation von Wasserstoffzügen entwickelt, die eine besonders hohe Reichweite und höhere Beschleunigung bietet. Jeder ausgelieferte Zug kann über die Lebensdauer von 30 Jahren bis zu 45.000 Tonnen CO2 gegenüber entsprechenden Autofahrten einsparen.“

„Wasserstoffzüge sind für die Deutsche Bahn ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität“, so Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Vorständin Digitalisierung & Technik bei der Deutschen Bahn. „Mit unserer Entwicklung der mobilen Wasserstofftankstelle und der dazugehörigen Instandhaltungsinfrastruktur zeigen wir, dass wir bei der DB nicht nur Mobilität, sondern auch Technik können. Und genau die braucht es für den klimafreundlichen Verkehr von morgen. Gemeinsam mit Siemens und dem neu entwickelten Wasserstoffzug schaffen wir so ein Gesamtsystem, das uns einen weiteren Schritt Richtung Dieselausstieg bringt und eine Vergrünung der Flotte ermöglicht.“

Der Mireo Plus H für das H2goesRail Projekt hat als Zweiteiler eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern, ist so leistungsfähig wie elektrische Triebzüge und zeichnet sich durch eine hohe Antriebsleistung von 1,7 MW für bis zu 1,1 m/s² Beschleunigung und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h aus. Die dreiteilige Variante des Zuges hat eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern.

Ein Schlüsselelement, um Wasserstofftechnologie im Betriebsalltag konkurrenzfähig zum bisher verwendeten Dieselkraftstoff zu machen, ist ein schneller Betankungsvorgang. Die DB hat daher ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem die Betankung eines Wasserstoffzuges erstmalig genauso schnell verläuft, wie die Betankung eines Dieseltriebzugs. Das ist ein wichtiger Aspekt angesichts der eng getakteten Zugfolgen im Regionalverkehr der DB.

Wasserstoffzüge sind eine besonders klimafreundliche Antriebstechnologie, denn mit grünem Wasserstoff fahren sie emissionsfrei – ausgestoßen wird nur Wasserdampf, kein CO2. Am Beispiel des H2goesRail Projekts ergeben sich auf der Strecke zwischen Tübingen und Pforzheim durch den Abschied von Diesel Einsparungen von ca. 330 Tonnen pro Jahr. Generell kann der Mireo Plus H abhängig vom Streckenprofil 520 Tonnen pro Jahr einsparen (gerechnet auf 200.000 Kilometer Laufleistung).

Der Wasserstoff wird in Tübingen von DB Energie mit Hilfe von Ökostrom direkt aus der Oberleitung produziert. Um den Zug warten zu können, wird das DB-Werk in Ulm entsprechend ausgerüstet.

Der Mireo Plus H wird 2023 Testfahrten in Baden-Württemberg aufnehmen. Ab 2024 ist er für das Projekt H2goesRail im regulären Passagierbetrieb zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim im Einsatz und ersetzt einen dort fahrenden Dieseltriebwagen.

Siemens Mobility und die Deutsche Bahn präsentieren das Projekt H2goesRail und den Mireo Plus H auch auf der InnoTrans 2022, der weltweit größten Messe für Bahntechnik, in Berlin.

Die Fakten zum Projekt im Detail:

Offiziell trägt das Verbundförderprojekt den Namen „H2goesRail“. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert das Projekt durch das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP 2) mit über 13 Millionen Euro. Das NIP 2 wird von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.

Wasserstoffantrieb

Bei Wasserstoffantrieben mit Brennstoffzellentechnologie entsteht aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff elektrische Energie und als „Abfallprodukt“ Wasser. Der Einsatz solcher Züge ist für die DB eine Möglichkeit, klimaneutral zu werden und Dieselfahrzeuge durch alternative Antriebsarten zu ersetzen. Für die Erzeugung des umweltfreundlichen grünen Wasserstoffs wird Ökostrom genutzt. DB Energie stellt die Wasserstoffversorgung sicher.

Mireo Plus H

Für den einjährigen Passagierbetrieb entwickelt Siemens einen zweiteiligen Regionalzug mit einem Wasserstoffantriebssystem der neuesten Generation. Es besteht aus einer Brennstoffzelle und einer Lithium-Ionen-Batterie. Der Mireo Plus H wird so leistungsfähig sein, wie elektrische Triebzüge und eine Reichweite von bis zu 800 Kilometern haben – abhängig von den betrieblichen Einsatzbedingungen wie der Jahreszeit oder der Strecke. Eine dreiteilige Variante hat eine Reichweite von 1000 Kilometern. Niedrige Lebenszykluskosten durch geringen Aufwand für Wartung und Instandhaltung und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern zeichnen das Fahrzeug aus.

Tankstelle

Die DB entwickelt, erprobt und optimiert die für die Wasserstoffversorgung nötige Infrastruktur. Der Wasserstoff wird im DB-Werk Tübingen durch Elektrolyse erzeugt, der dafür notwendige Ökostrom kommt direkt aus der Oberleitung. Im sogenannten Elektrolyseur wird Wasser mit Hilfe von Ökostrom in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. In einem Kompressor verdichtet, wird der Wasserstoff in einem mobilen Speicher gelagert. Vor dem Tankvorgang wird der grüne Treibstoff aufbereitet und gekühlt. Der mobile Aufbau ermöglicht weitere Erprobungsprojekte an bislang nicht erschlossenen Strecken.

Schnellbetankung

Der Zug wird in einem neuartigen Verfahren mit Wasserstoff betankt: Erstmalig dauert dies nicht länger als die Betankung eines Dieseltriebzugs. Das ist ein wichtiger Aspekt angesichts der eng getakteten Zugfolgen im Regionalverkehr der DB. Damit wird die Wasserstofftechnologie im Betriebsalltag konkurrenzfähig zum bisher verwendeten Dieselkraftstoff.

Instandhaltung

Die Werkstatt von DB Regio in Ulm wird für die Instandhaltung von Wasserstofftriebzügen umgerüstet. Die Instandhaltung des Wasserstoffzuges kann dort dann durch umfangreich geschulte Mitarbeiter von DB Regio mit Unterstützung durch Mitarbeiter von Siemens Mobility erledigt werden.

Passagierbetrieb

Der Zug wird nach einer Testphase ab 2024 ein Jahr lang zwischen Tübingen, Horb und Pforzheim im Passagierbetrieb unterwegs sein. Geplant sind etwa 120.000 Kilometer planmäßiger Bahnbetrieb. Die Strecke eignet sich besonders wegen der für den Regionalverkehr beispielhaften Taktung des Fahrplans und der abwechslungsreichen Topografie. Der Mireo Plus H von Siemens wird einen auf dieser Strecke üblicherweise genutzten Dieseltriebwagen ersetzen und etwa 330 Tonnen CO2 einsparen. Die Triebfahrzeugführer werden speziell für das Fahrzeug ausgebildet und fahren dieses dann im Passagiertrieb.

Quelle: Siemens Mobility GmbH

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Datum 02.05.22

Siemens Mobility liefert erste batteriebetriebene Mireo Plus B-Züge nach Dänemark

  • Siemens Mobility liefert sieben Mireo Plus B-Züge an Midtjyske Jernbaner in Dänemark
  • Eine innovative und energieeffiziente batteriebetriebene Hybridplattform, die mit oder ohne Oberleitungen betrieben werden kann

Siemens Mobility hat einen Auftrag zur Lieferung von sieben batteriebetriebenen Mireo Plus B-Zügen an die Midtjyske Jernbaner in Dänemark erhalten. Dies ist der erste Auftrag für batteriebetriebene Schienenfahrzeuge in Dänemark und Teil eines Pilotprojekts, mit dem alle Dieseltriebzüge im Land ersetzt werden sollen. Der Mireo Plus B kombiniert alle Vorteile der Mireo-Plattform mit einem leistungsstarken Batteriesystem, das es den Zügen dank ihres Batterie-Hybridantriebs ermöglicht, auf Strecken sowohl mit als auch ohne Oberleitung zu fahren. Die sieben zweiteiligen Elektrotriebzüge werden bis Ende 2024 geliefert und sollen auf zwei Linien in der Region Midtjylland in Dänemark eingesetzt werden.

„Die Batteriezüge werden voraussichtlich Ende 2024 in Betrieb genommen. Dies ist ein entscheidender Schritt in unsererem eigenen grünen Wandel, aber auch ein wichtiger Schritt in Richtung des Ziels eines CO2-neutralen Zugverkehrs in ganz Dänemark“, sagt Martha Vrist, CEO von Midtjyske Jernbaner Drift A/S.

„Mit der Anschaffung der Mireo Plus B-Züge ersetzt Midtjyske Jernbaner herkömmliche Dieselfahrzeuge durch hochmoderne und lokal emissionsfreie Züge. Diese nachhaltige und umweltfreundliche Mobilitätsoption ist ein wichtiger Beitrag für die Region. Wir freuen uns, dass Midtjyske Jernbaner sich für die energieeffizienten Mireo Plus B-Züge von Siemens Mobility entschieden hat, die zudem einen hohen Fahrkomfort und ein verbessertes Fahrgasterlebnis bieten werden“, sagt Albrecht Neumann, CEO Rolling Stock bei Siemens Mobility.

Die zweiteiligen Triebzüge Mireo Plus B bieten Platz für 120 sitzende Fahrgäste, erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 140 km/h und haben im Batteriebetrieb eine Reichweite von rund 80 Kilometern. Die Batterien können über die 25-kV-Oberleitung in elektrifizierten Abschnitten und durch Rückgewinnung der Bremsenergie des Zuges geladen werden. Das Batteriesystem wird unterflur, also unter dem Fahrzeugboden, montiert und ist in zwei Batteriecontainern untergebracht. Für dieses System werden Lithium-Ionen-Batterien mit einer langen Lebensdauer verwendet.

Dies ist der dritte Auftrag, den Siemens Mobility für den Mireo Plus B erhalten hat, und der erste außerhalb Deutschlands. Die Landesanstalt Schienenfahrzeuge Baden-Württemberg (SFBW) hat 20 im Jahr 2020, und die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) hat 31 Mireo Plus B-Züge im Jahr 2021 bestellt. Die Technologie wurde über ein Jahr lang in einer vorläufigen Version in einem Prototyp-Zug, dem Desiro ML ÖBB Cityjet eco in Österreich, umfangreich getestet.

Quelle: Siemens Mobility GmbH

 

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