Nachrichten-Rubrik: Lokindustrie

 

Datum 14.10.21

Zügiges Laden an der Schiene: Batteriezug-Schnellladestation „voltap“ erfolgreich im Realbetrieb getestet

  

  • Nächster Meilenstein auf dem Weg zur Marktreife
  • Stadler unterstützt mit FLIRT Akku

Lange stand er im Tübinger Wald: Ein Prototyp der von den Stadtwerken Tübingen (swt) und Furrer+Frey entwickelten Schnellladestation für Batteriezüge (BEMU). Die Testreihen abseits der Gleise verliefen vielversprechend. Jetzt folgte ein echter Meilenstein: Ladetests unter Realbedingungen an der Schiene – mit einem Batterie-zug von Stadler Rail. Am Bahnhof in Ammerbuch-Pfäffingen (Baden-Württemberg) hat die BEMU-Schnellladestation „voltap“ ihre technische Feuertaufe bestanden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur angestrebten Marktreife. Die technische Innovation voltap soll die noch nicht elektrifizierten Lücken im bundesweiten Schienennetz schließen und damit den Weg zum breiten Einsatz von Batteriezügen – kurz: BEMU (Battery Electric Mobility Unit) – ebnen. Die technische Eigenentwicklung bietet eine hohe Flexibilität bei vergleichsweise geringen Kosten. Die Schnellladestation kann überall dort aufgebaut werden, wo Zwischenladungen notwendig sind, um Einsatzmöglichkeiten und Reichweite von Batteriezügen entscheidend zu vergrößern. Auch abgelegene, nicht per Oberleitung elektrifizierte Abschnitte im Schienennetz (zum Beispiel in ländlicheren Regionen oder auf Stichstrecken), lassen sich dadurch mit elektrisch angetriebenen Zügen befahren. Auch das Abstellen in nicht elektrifizierten Abschnitten wird mit der Schnellladestation möglich. Die BEMUs nutzen dann die Standzeiten beispielsweise zum Aufladen für den nächsten Tag. Voltap ist ein neuer Baustein in der Schienennetz-Infrastruktur und vereinfacht die Einführung von BEMUs als CO2-neutrale Alternative für fossil betriebene Züge.

Kompatibilität mit allen Batteriezügen

Die Schnellladestation ist technisch mit Batteriezügen sämtlicher Hersteller kompatibel, wenn deren Bordelektronik dafür eingestellt wird. Als Partner für die Realtests hat Stadler Rail seinen Testträger eines FLIRT Akku zur Verfügung gestellt und damit die Testreihen in Ammerbuch-Pfäffingen erst möglich gemacht. Stadtwerke Tübingen, Furrer+Frey und Stadler Rail leisten Pionierarbeit.

«Auf diesen Moment haben wir gewartet: endlich hatte unsere Schnellladestation ihr erstes ‚Schienen-Rendezvous“ mit einem echten Batteriezug», sagt Ortwin Wiebecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Tübingen. «Voltap soll zur echten, umweltschonenden Alternative für Eisenbahnunternehmen und Bahn-Infrastrukturbetreiber werden, damit rein elektrische Antriebstechniken auch im Zugverkehr schnellstmöglich flächendeckend Realität werden. Dafür muss man nicht warten, bis die Oberleitungsinfrastruktur in Deutschland unter großem Kosten- und Zeitaufwand ausgebaut ist. Mit unserer Schnellladestation werden Batteriezüge schon früher flexibel und mit erheblich geringeren Kosten einsetzbar – weit über die elektrifizierten Streckenabschnitte hinaus.»

Rico Furrer, Geschäftsführer von Furrer+Frey sagt: „«Ich bin stolz, wir werden zukünftig einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Bahn leisten können. Weiter bin ich persönlich beeindruckt, dass dieses innovative Entwicklungsprojekt in so kurzer Zeit realisiert werden konnte. Und dies während einer aktuell doch herausfordernden Zeit. Die länderübergreifende, sehr gute Zusammenarbeit der Projektpartner ist dynamisch und macht Freude. Nun schauen wir vorwärts und unser Ziel ist ganz klar: Wir möchten eine erste Anlage realisieren und BEMUs im Regelbetrieb laden und fahren sehen. Wir sind bereit!»

«Der Einsatz CO2-emissionsfreier Schienenfahrzeuge auf nicht elektrifizierten Strecken ist ein grundlegender Baustein zur Erreichung der EU-Klimaziele. Wir arbeiten bei Stadler kontinuierlich daran, den Schienenverkehr mit guten Ideen und ihrer schnellen und praktischen technologischen Umsetzung noch besser und frei von Treibhausgas-Emissionen zu gestalten. Stationäres Schnell-Laden erhöht die Flexibilität bei möglichen Einsatzszenarien von Batteriezügen», erklärt Dr. Klaus Hempelmann, Geschäftsleiter von Stadler Deutschland.

Erkenntnisse sammeln im Realbetrieb

Alle für den Praxisbetrieb relevanten Varianten von Ladevorgänge haben die Entwickler inzwischen durchgeführt. Im Vorfeld waren entscheidende Parameter festgelegt und das Testdesign daran ausgerichtet worden. Wichtigste Erkenntnis: Das Zusammenspiel zwischen Batteriezug, Schnellladestation und Umgebungsstromnetz funktioniert.

Die Technik-Experten beobachteten dabei unter anderem die Vorgänge beim Einschalten des Hauptschalters am Zug. Ohne die Batterie zu laden, wurde zunächst ein Stromfluss zwischen Schnellladestation und Zug-Trafo hergestellt, um damit in einem ersten Schritt die Fahrzeugelektronik und die Klimatisierung zu versorgen. Dies sollte Aufschluss darüber geben, wie sich die Bordelektronik unter der Speisung mit einer Frequenz von 50 Hertz verhält. Denn üblicherweise kommt beim Bahnstrom in Deutschland bislang die Frequenz 16,7 Hertz zum Einsatz. Diese Frequenz steht abseits elektrifizierter Strecken aber nicht zur Verfügung. Die Leistungselektronik des Zuges übernimmt das Gleichrichten der Wechselspannung zur Aufladung der Batterien. Sie kann dies genauso gut unter 50 Hertz wie unter 16,7 Hertz. Der neue technische Ansatz von voltap ermöglicht die Speisung der Anlage mit 50 Hertz ab der örtlichen Stromversorgung – und damit direktes Laden ohne Umwandlungsaufwand und den Einsatz teurer Umwandler bei der Einspeisung. 

Auch die Auswirkungen auf das Stromnetz untersuchten die Techniker und gewannen Einsichten, inwieweit sogenannte ‚Störströme‘ entstehen, wie gut das Zug-interne Lademanagement harmoniert und bei welchen Ladeständen der Batterie sich die Ladeströme verändern. Damit hängt auch die Frage zusammen, wie eine möglichst schonende Ladung gewährleistet werden kann – ein wichtiger Parameter für die Hersteller von Batteriezügen. Auch mögliche Grenzen beim Laden loteten die Techniker aus.

Schließlich brachten die Tests auch Erkenntnisse darüber, wie ein Batteriezug von der Schnellladestation zuverlässig und fehlerfrei identifiziert werden kann. Dieser automatisierte Anmeldevorgang des Zuges an der Ladestation ist wichtig, damit Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) eine präzise Abrechnung der geladenen Strommengen erhalten. Es ist gleichzeitig eine der Voraussetzungen, damit die voltap-Schnellladestation von Batteriezügen aller Hersteller und von unterschiedlichen EVU genutzt werden kann – und damit deutschlandweit einsetzbar ist. 

Batteriezug von Stadler Rail ermöglicht Praxistests

Für eine ganze Woche stellte der Zughersteller Stadler Rail in Ammerbuch-Pfäffingen einen Batteriezug für die Tests bereit. Ein solcher Zug stellt aktuell noch eine Rarität dar. Der dreiteilige „FLIRT Akku“ wurde von Stadler im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Erprobung und Weiterentwicklung der Batterietechnologie im Schienenfahrzeugbereich entwickelt. Das Projekt wurde durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert und gemeinsam mit der TU Berlin und der EWE AG durchgeführt. Das Fahrzeug ist als EMU (Electric Multiple Unit) aufgebaut und zusätzlich mit Batterien ausgerüstet, so dass es sowohl als klassisch elektrisch angetriebener Zug unter einer Oberleitung fahren kann, als auch im reinen Batteriemodus dort, wo Strecken nicht elektrifiziert sind. Die Ladung der Batterien kann dabei sowohl unter dem Fahrdraht als auch durch stationäre Schnellladestationen erfolgen. Zusätzlich wird beim Bremsvorgang erzeugte Energie in die Batterien eingespeist.

Der Stadler „FLIRT Akku“ ist seit 2018 vollumfänglich für den Einsatz im Personenverkehr zugelassen. Seitdem hat der Batteriezug rund 25.000 Kilometer im reinen Batteriebetrieb zurückgelegt und eine maximale Reichweite von 185 Kilometern nachgewiesen. Dabei musste das Testfahrzeug auch verschiedene Szenarien wie das Aufholen ungeplanter Verspätungen auf der Strecke und den Einsatz unter extremen Witterungsbedingungen bestehen, um beispielsweise die Reaktion der Batterien prüfen und Rückschlüsse auf deren Lebensdauer ziehen zu können. Die Ladetests markieren einen wichtigen Schritt hin zu einer potenziellen größeren Flexibilität beim Einsatz von Batterie-Fahrzeugen.

Quelle: Stadler Deutschland

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Datum 12.10.21

Erster Auftrag in Neuseeland: Stadler und KiwiRail unterzeichnen Vertrag über 57 Streckenlokomotiven

Stadler und KiwiRail haben einen langfristigen Rahmenvertrag mit einem ersten Abruf für die Lieferung von 57 Streckenlokomotiven unterzeichnet. Der Auftragswert der Erstbestellung beläuft sich auf rund 228 Millionen Euro. Damit liefert Stadler zum ersten Mal Schienenfahrzeuge nach Neuseeland.

KiwiRail und Stadler haben einen Rahmenvertrag und einen ersten Lieferabruf für die Entwicklung und die Herstellung von 57 Streckenlokomotiven unterzeichnet. KiwiRail ist ein staatliches Unternehmen der neuseeländischen Regierung, das für das nationale Schienennetz Neuseelands zuständig ist und den neuseeländischen Schienengüterverkehr sowie Fährdienste zwischen den Inseln betreibt. Seit mehr als 150 Jahren verbindet die neuseeländische Eisenbahn Gemeinden miteinander und befördert Güter und Menschen durch das ganze Land.

Im Rahmen dieses Vertrags wird Stadler eine hochmoderne Co’Co’-Schmalspurlokomotive liefern. Diese ist auf die Anforderungen und die spezifischen Betriebsabläufe von KiwiRail zugeschnitten und enthält bewährte Komponenten und Systeme. Die neuen Lokomotiven werden im Güter- und im Personenverkehr eingesetzt, vor allem auf der Südinsel mit ihrer anspruchsvollen Streckentopografie.

Entsprechend der Ausrichtung von Stadler auf nachhaltige Lösungen für den Schienenverkehr werden die Lokomotiven die neuste europäische Abgasnorm (Stufe V) erfüllen. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Verringerung der Stickoxid- und Partikelemissionen und der damit verbundenen Kosten für die Umwelt und die öffentliche Gesundheit, sondern auch zu einer optimierten Verbrennung, was den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen senkt. Mit der Entscheidung für Lokomotiven der Stufe V von Stadler bekräftigt das Unternehmen KiwiRail seinen Einsatz dafür, eine äusserst energieeffiziente und emissionsarme Beförderungsart für Neuseeland anbieten zu können.

Die Schmalspurlokomotiven mit zwei Kabinen sind mit einem Dieselmotor mit einer installierten Leistung von 3000 kW ausgestattet. Dieser ermöglicht KiwiRail in vielen Fällen, die Züge mit weniger Lokomotiven zu betreiben als beim derzeitigen Service.

Jede der beiden Kabinen wird in enger Zusammenarbeit mit KiwiRail und nach den neusten europäischen Standards entworfen, um ein ergonomisches, komfortables und sicheres Arbeitsumfeld für die Ingenieurinnen und Ingenieure von KiwiRail zu schaffen.

Greg Miller, Chief Executive der KiwiRail Group, sagt, die Lokomotiven stünden für eine neue Ära der Eisenbahn in Neuseeland.

«Die 57 Lokomotiven werden unsere Südinselflotte ersetzen, die ein Durchschnittsalter von 47 Jahren aufweist. Die qualitativ hochwertigen, kraftstoffsparenden und leistungsstärkeren Lokomotiven von Stadler werden es uns ermöglichen, für einen zuverlässigeren Service zu sorgen und mehr Güter der Südinsel Neuseelands von der Strasse auf die Schiene zu bringen. Die emissionsarmen Lokomotiven sind auch ein wichtiger Schritt im Rahmen des Plans von KiwiRail, bis 2050 emissionsneutral zu sein.»

Dazu ergänzt Greg Miller: «Es ist eine Freude, mit Stadler zusammenzuarbeiten. Der professionelle Austausch, die Qualität des Engagements und die hochmodernen Designs von Stadler stellen sicher, dass wir mit einem Unternehmen zusammenarbeiten, das ein hervorragendes Ergebnis für KiwiRail und Neuseeland liefert. Auf diese Weise werden die Vorteile des technologischen Fortschritts unserer Flotte auf der Südinsel auch in Zukunft zugute kommen. Ich freue mich schon sehr darauf, die ersten neuen Lokomotiven 2024 an unserer Küste in Kaikoura fahren zu sehen.»

Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident und Group CEO ad interim von Stadler, sagt: «Es ist für Stadler eine grosse Ehre, unsere modernen und technologisch innovativen Lokomotiven ein erstes Mal nach Neuseeland liefern zu dürfen. Wir danken KiwiRail für diesen Auftrag und freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.»

Dr. Ansgar Brockmeyer, Executive Vice President Marketing & Sales und stellvetretender CEO von Stadler, kommentiert: «Wir sind sehr stolz darauf, unseren ersten Vertrag für Neuseeland unterzeichnet zu haben und setzen uns für eine langfristige Partnerschaft mit KiwiRail ein. Mit unserem breiten Portfolio an modularen und kundenspezifischen Fahrzeuglösungen, umweltfreundlichen Traktionskonzepten, digitalen Lösungen und massgeschneiderten Expertendienstleistungen sehen wir die Chance, KiwiRail und der Mobilität in Neuseeland über die Lieferung des ersten Projekts hinaus einen weiteren Mehrwert zu bieten.»

Quelle: Stadler Rail

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Datum 12.10.21

Weltpremiere: DB und Siemens präsentieren ersten automatisch fahrenden Zug

  •     S-Bahn Hamburg: Hansestadt wird Vorreiterin für digitalen Bahnbetrieb
  •     Fahrgäste profitieren von größerem Zugangebot und mehr Pünktlichkeit

Die Deutsche Bahn (DB) und Siemens haben den weltweit ersten Zug entwickelt, der im Eisenbahnverkehr von allein fährt. Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB, und Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, präsentierten das Fahrzeug des Projekts Digitale S-Bahn Hamburg heute gemeinsam mit Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, bei der Premierenfahrt.

Der Zug wird mittels digitaler Technik gesteuert und fährt automatisch. Die Lokführer:innen bleiben zur Überwachung der Fahrt mit Fahrgästen weiterhin an Bord. Das Rangieren – zum Beispiel die Zugwende – erfolgt ohne Personal. Die Projektpartnerinnen DB, Siemens Mobility und Stadt Hamburg haben insgesamt 60 Millionen Euro in die digitale S-Bahn Hamburg investiert, die Teil des DB-Programms Digitale Schiene Deutschland ist.

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der DB: „Wir erleben heute einen echten Zeitenwandel: Die Eisenbahn ist in der digitalen Zukunft angekommen und die Digitale Schiene Deutschland Realität geworden. Mit dem automatischen Bahnbetrieb können wir unseren Fahrgästen ein deutlich größeres, zuverlässigeres und damit besseres Angebot machen – ohne einen Kilometer Gleis neu bauen zu müssen. Unser Ziel: Die Bahn attraktiv für immer mehr Menschen zu machen. Nur so kann die Mobilitätswende gelingen.“

„Wir machen den Bahnverkehr intelligenter. Züge fahren automatisiert den perfekten Fahrplan, auf die Sekunde genau und energieoptimiert“, sagt Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Damit unterstützen wir unseren Partner Deutsche Bahn bei seinem Ziel, das Zugfahren attraktiver zu machen und das Klima zu schonen. Denn mit unserer Technologie können unsere Kunden bis zu 30 Prozent mehr Fahrgäste transportieren, die Pünktlichkeit deutlich verbessern und mehr als 30 Prozent Energie sparen. Die digitale S-Bahn Hamburg ist eine Weltneuheit. Die neue Technologie ist bereits zugelassen und weil sie offene Schnittstellen hat, können sie alle Betreiber weltweit sofort für alle Zugtypen nutzen“

Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „In der Digitalisierung steckt viel Potenzial für das gesamte Hamburger S-Bahn-Netz. Wir schaffen größere Kapazitäten auf den vorhandenen Gleisen und verbessern die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit beim Bahnfahren. Die Premiere der digitalen S-Bahn im Rahmen des ITS-Weltkongresses ist ein starkes Signal für eine effiziente und klimafreundliche Mobilität der Zukunft.“

Die Premierenfahrt der digitalen S-Bahn fand zum Start des ITS-Weltkongresses (Intelligent Transport Systems) in Hamburg statt. Während des Kongresses fahren vier digitale S-Bahnen automatisch auf dem 23 Kilometer langen Streckenabschnitt der S-Bahn-Linie 21 zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle.

Technische Basis für den digitalen Bahnbetrieb ist der künftige europäische Standard ATO (Automatic Train Operation) kombiniert mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System). Die Züge erhalten die Steuerungssignale über Funk. Ab Dezember fahren die vier digitalen S-Bahnen in Hamburg im fahrplanmäßigen Einsatz. Die Planungen zur Ausstattung der S-Bahn Hamburg bis Ende des Jahrzehnts laufen bereits, Investitionen in Züge und Infrastruktur sind gestartet. Perspektivisch soll die Technologie auch bundesweit im Regional- und Fernverkehr genutzt werden.

Quelle: Siemens Mobility GmbH

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Datum 08.10.21

Stadler bedauert Entscheid der ÖBB und ergreift Rekurs

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) teilten Stadler heute mit, dass sie beabsichtigen, die Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung von bis zu 186 Doppelstocktriebzügen neu auszuschreiben. Stadler bedauert den Entscheid der ÖBB ausserordentlich. Das Angebot wurde von der ÖBB als rechtsgültig sowie kommerziell und technisch am besten bewertet. Stadler wird sämtliche ihr zur Verfügung stehenden Rechtsmittel ausschöpfen.

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben 2019 ein komplexes und professionell geführtes Ausschreibungsverfahren über die Beschaffung von bis zu 186 Doppelstocktriebzügen gestartet. Nach einem über zwei Jahre andauernden Vergabeverfahren haben die ÖBB das von Stadler eingereichte Angebot als das kommerziell und technisch beste Angebot bewertet und Stadler den Zuschlag erteilt.

Den Vergabeentscheid der ÖBB hat das österreichische Bundesverwaltungsgericht vor vier Wochen überraschend wegen eines angeblichen Formfehlers für nichtig erklärt. Das Gericht war durch eine Einsprache des bereits aus dem Verfahren ausgeschlossenen Mitbieters Alstom tätig geworden. Sämtliche von Alstom angeführten Punkte wurden vom Gericht abgewiesen.

Die ÖBB haben Stadler nun mitgeteilt, dass sie durch den erstinstanzlichen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts gezwungen sind, den Zuschlag an Stadler zu widerrufen. Die Ausschreibung soll somit wiederholt werden. Gegen diesen Entscheid der ÖBB wird Stadler Rekurs einlegen.

Die durch das österreichische Bundesverwaltungsgericht als angeblicher Formfehler erklärte elektronische Signatur ist von den zuständigen internationalen Behörden anerkannt und wurde von Stadler schon hundertfach bei der Teilnahme an Ausschreibungen im EU-Raum verwendet. Zahlreiche so unterzeichnete Angebote wurden damit gewonnen, so auch ein Auftrag der ÖBB über die Lieferung von Rettungszügen vom Januar 2021.

Das österreichische Beschaffungsgesetz fordert eine qualifizierte elektronische Signatur. Die von Stadler verwendete Signatur erfüllt diese Anforderung. Stadler wird daher gegen diesen Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ebenfalls Rekurs einlegen.

Gemäss dem österreichischen Vergabegesetz können Mängel nachträglich verbessert werden. Dazu gehört auch die bemängelte Signatur. Das Vergabeabkommen zwischen der EU und der Schweiz verbietet eine Diskriminierung bei öffentlichen Ausschreibungen. Dies betrifft auch die qualifizierte elektronische Signatur. Die Grundlage dafür bildet das General Procurement Agreement der World Trade Oranisation (WTO).

Stadler bedauert den Entscheid der ÖBB sehr, die Ausschreibung neu zu starten, anstatt den vom Gericht beanstandeten angeblichen Formfehler nachzubessern und erneut einen Zuschlagsentscheid zu treffen. Dies hätte einen zeitnahen Abschluss der von Stadler bereits gewonnen Ausschreibung ermöglicht. Der Projektstart zur Herstellung und Lieferung der Doppelstocktriebzüge für die österreichischen Fahrgäste hätte somit umgehend erfolgen können.

Quelle: Stadler Rail

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Datum 05.10.21

Stadler gewinnt Ausschreibung für bis zu 510 FLIRT für die Schweiz

Stadler ist als Sieger der grössten Ausschreibung in der Schweizer Bahngeschichte hervorgegangen. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erteilen gemeinsam mit Thurbo und RegionAlps Stadler den Zuschlag für einen Rahmenvertrag für bis zu 510 neue einstöckige Triebzüge des Typs FLIRT. Als Erstabruf ist eine Bestellung von 286 Fahrzeugen mit einem Auftragsvolumen von rund 2 Milliarden Schweizer Franken vorgesehen. Der Abschluss des Vertrags soll nach Ablauf der 20-tägigen Rekursfrist erfolgen.

Stadler konnte sich in einer weiteren internationalen Ausschreibung durchsetzen und ist als Sieger der grössten Ausschreibung in der Schweizer Bahngeschichte hervorgegangen. Die SBB hat gemeinsam mit Thurbo und RegionAlps Stadler den Zuschlag für einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 510 einstöckigen Triebzügen des Typs FLIRT erteilt. «Wir sind stolz, dass sich unser bewährtes FLIRT Konzept einmal mehr international durchsetzen konnte. Wir danken der SBB für das uns entgegengebrachte Vertrauen», sagt Peter Spuhler, Verwaltungsratspräsident von Stadler. In einem ersten Abruf planen die SBB, Thurbo und RegionAlps eine Bestellung von 286 Fahrzeugen. Das Auftragsvolumen des Erstabrufs beläuft sich auf rund zwei Miliarden Schweizer Franken. Die Fahrzeuge werden komplett in Bussnang hergestellt mit einem Schweizerischen Wertschöpfungsanteil von gegen 75 Prozent.

Der FLIRT von Stadler ist ein einstöckiger Triebzug für den Nah- und Fernverkehr. Mit dem Rahmenvertrag für die SBB hat Stadler seinen Bestseller bis heute über 2500 Mal in 20 Ländern verkauft – vom Polarkreis bis nach Afrika.

Quelle: Stadler Rail

 

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