Nachrichten-Rubrik: Lokindustrie

 

Datum 02.07.20

Siemens liefert weitere 22 U-Bahn-Züge für München

  • Noch mehr Komfort für den Fahrgast
  • Umweltfreundliche und energiesparende Züge mit bewährter Technik

Nachdem im Mai 2020 der erste C2-Metro-Zug aus der ersten Option aus dem Jahr 2016 den Fahrgastbetrieb aufnahm, haben die Stadtwerke München (SWM) auch die zweite und letzte Option über 22 sechsteilige U-Bahn-Züge bei Siemens abgerufen. Damit kommen bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) künftig insgesamt 67 C2-Züge zum Einsatz.

Ingo Wortmann, MVG-Chef und SWM Geschäftsführer Mobilität: „Mit den neuen C2-Zügen setzen wir die Verjüngung unserer U-Bahn-Flotte konsequent fort. Für unsere Fahrgäste bedeutet das vor allem mehr Platz und mehr Komfort. Über die nächsten zehn Jahre wollen wir alle alten A- und B-Wagen ausmustern und unsere U-Bahn künftig ausnahmslos mit modernen Hochleistungszügen betreiben. Damit bringen wir bereits ohne weitere Taktverdichtungen rund 5.000 Plätze mehr auf die Schiene.“

„Wir sind stolz, dass die Stadtwerke München und die Münchner Verkehrsgesellschaft sich entschlossen haben die zweite und letzte Option, dieses Großauftrags abzurufen. Einschließlich dieser Züge haben wir dann insgesamt 67 Züge mit 402 Wagen an die Stadtwerke München geliefert. Die neuen C2-Züge tragen zu einer nachhaltigen Wertsteigerung über den gesamten Lebenszyklus und zu verbessertem Fahrgastkomfort bei. Damit sind wir an der Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in unserer Heimatstadt maßgeblich beteiligt“ sagt Sabrina Soussan, CEO Siemens Mobility.

Die neuen Züge basieren auf dem bewährten Design der vorhergehenden Fahrzeuggeneration („C-Wagen“), das vom international renommierten Münchner Fahrzeugdesigner Alexander Neumeister stammt und weiterentwickelt wurde. In den C2-Fahrzeugen haben sich unter anderem die Kopfform mit neuer LED-Beleuchtungstechnologie und die bessere Erkennbarkeit des Öffnungs- und Schließvorgangs der Türen durch farbige LED-Leuchtbänder in den Türkanten verändert. Mehr Komfort für die Fahrgäste bieten die Videokameras, das Fahrgast-TV und die neugestaltete Innenbeleuchtung mit LED-Leuchten. Weitere Vorteile sind die hohe Kapazität und die hohe Verfügbarkeit: Durch die Umgestaltung des Fahrgastraums und ein neues Sitzplatzkonzept mit breiteren Türen gegenüber den zu ersetzenden Altfahrzeugen können mehr Fahrgäste im Vergleich zu den Vorgängerfahrzeugen befördert werden. Insgesamt bietet der C2 jetzt Platz für 940 Fahrgäste. Da es keine Einzelwagen mehr gibt, ist der Zug komplett durchgängig.

Siemens liefert für München besonders umweltfreundliche und energiesparende Züge. Der Energiebedarf wird durch die Kombination von verschiedenen innovativen Konzepten reduziert. Bei der Auswahl der Materialien wurden keine schädlichen Stoffe verwendet, energiesparende LED-Leuchten verarbeitet und das Material ist zu 97 Prozent recyclebar. Somit verbessern die neuen Fahrzeuge die CO2-Bilanz in München weiter und tragen zu einer Verminderung des Energiebedarfs im Verkehr bei.

Die Züge werden von Siemens Mobility in Wien gefertigt, die Drehgestelle kommen von Siemens Mobility in Graz. Die Inbetriebnahme der neuen Züge wird 2022 beginnen. Die Züge werden die Linien U3 und U6 wie die heute bereits im Einsatz befindlichen C2-Fahrzeuge befahren. Der Betrieb auf weiteren Linien ist ebenfalls geplant.

Quelle: Siemens Mobility

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Datum 01.07.20

Alstom bietet Künstliche Intelligenz-Lösung zur Gewährleistung des Mindestabstands zwischen Fahrgästen und der Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen

  • Covid-19: Panama Metro nutzt Alstoms Mobilitäts-Orchestrierungstechnik für die Auslastungsbeschränkung auf 40%

01. Juli 2020 – Alstom hat eine neue Version von Mastria, der weltweit ersten multimodalen Lösung zur Überwachung und Mobilitätsorchestrierung, eingeführt, die KI nutzt, um Betreibern und Verkehrsunternehmen bessere Tools zur Steuerung des Fahrgastflusses anzubieten. Die Lösung ermöglicht es den Betreibern, ihr Angebot an die verschiedenen, durch die Covid-19-Pandemie bedingten Abstands- und Versammlungsvorschriften einfach und in Echtzeit anzupassen.

Dank großer Datenmengen und maschinellem Lernen bietet Mastria den Betreibern einen besseren Überblick über die Verteilung und den Fluss der Fahrgäste in Zügen und Bahnhöfen sowie bessere Vorhersagemöglichkeiten. Dies entspricht der Fähigkeit, die Fahrgastdichte und den Betrieb in Echtzeit zu antizipieren und zu steuern, unter anderem durch Anpassung der Zugfrequenz, der Kapazität und der erforderlichen Anzahl von Zügen sowie der Fahrgastströme an Bahnhöfen. Die Anpassung der Zugbereitstellung an den Bedarf optimiert die Betriebsbedingungen, einschließlich Kosten, und ist besonders nützlich für das Management schwankender Bedarfsspitzen, wie etwa in Hauptverkehrszeiten oder bei besonderen Ereignissen oder speziellen Mobilitätsbeschränkungen, wie im Fall von Covid-19.

Das neu eingeführte Mastria aggregiert Informationen zum Fahrgastbedarf von Zuggewichtssensoren, Fahrkartenautomaten, Verkehrssignalanlagen, Managementsystemen, Überwachungskameras und mobilen Netzen, um ein Echtzeitbild der Fahrgastströme zu bieten. Von diesem Zeitpunkt an verarbeitet Mastria die Daten und stellt den Betreibern die Informationen und Empfehlungen zur Verfügung, die notwendig sind, um jederzeit bestimmte Auslastungsgrade als Prozentsatz der maximalen Kapazität sicherzustellen und zu antizipieren. Diese Technologie kann eine Erhöhung der Zugfrequenz, eine Umverteilung des Fahrgaststroms auf bestimmte Bahnhöfe, eine Anpassung an andere Verkehrssysteme, eine Beschränkung des Zugangs zu Bahnhöfen oder sogar eine Steuerung der Fahrgastverteilung auf dem Bahnsteig vorschlagen, um durch mehr Wagen mehr Platz in dem entsprechenden Zug zu bieten. Mastrias leistungsstarke Vorhersagealgorithmen antizipieren diese Situationen und ermöglichen eine einwandfreie Planung des gesamten Systems.

"Vorhersagen bedeutet verhindern", sagt Stephane Feray-Beaumont, Vizepräsident für Innovation & Smarte Mobilität von Alstom Digital Mobility. "Die Fähigkeit dieses Tools, Millionen einzelner Daten in Echtzeit zu analysieren, macht es jederzeit zu einem unverzichtbaren Verbündeten für Betreiber, besonders in der gegenwärtigen Situation. Einfach ausgedrückt: Es passt das Verkehrsangebot an den Bedarf an, unabhängig von den Bedingungen. Alle Experten sind sich einig, dass der öffentliche Verkehr, insbesondere der Schienenverkehr, weiterhin das Rückgrat städtischer Mobilität bildet. Künstliche Intelligenz wird unser bester Reisepartner in dieser neuen Ära der Mobilität sein."

Die Panama-Erfahrung

Alstom hat Mastria Ende letzten Jahres für die Panama Metro eingeführt. Ziel war es, die Fahrgastströme zu analysieren und eine Möglichkeit zu bieten, Überfüllung zu vermeiden, die zu unvorhersehbaren Zeiten und nur an bestimmten Bahnhöfen auftrat. In nur drei Monaten und dank deep learning  (künstliche neuronale Netze, die selbstlernende Algorithmen ermöglichen) konnte eine lokale Überfüllung bis zu 30 Minuten, bevor sie sichtbar wurde, vorhergesagt werden. Durch entsprechende Gegenmaßnahmen ließen sich die Wartezeiten an Bahnhöfen um 12% verkürzen.

Als Reaktion auf die Covid-19-Situation wird derzeit dieselbe Technologie eingesetzt, um die betrieblichen Maßnahmen, mit denen die Zuglast auf 40 % der Maximalkapazität gehalten wird, anzupassen, wie von den Gesundheitsbehörden des Landes empfohlen. Mit Hilfe verschiedener Datenquellen, wie Reiseinformationen für die Nutzer und das Gewicht der Fahrzeuge, wurden neue Merkmale entwickelt: Echtzeit-Überwachung der Fahrgastdichte und -ströme an Bahnhöfen und in Zügen – mit neuen vorausschauenden Warnmeldungen, Simulation der Öffnung und Schließung von Bahnhofszugängen und Analyse der Fahrgastverteilung über die gesamte Länge der Züge.

Die Mastria-Technologie

Mastria basiert auf vier wichtigen Standardfunktionen: multimodale Überwachung, Verkehrsmanagement, Koordination von Operationen und Vorhersageanalyse. Diese Funktionen sind vielseitig konfigurierbar und können nach den Bedürfnissen der Betreiber und dem globalen Umfeld des Mobilitätsnetzes kombiniert werden.

Mastria nimmt Daten von externen Informations- und Steuerungssystemen über sichere Netzwerkverbindungen auf. Es ist flexibel und skalierbar und kann an verschiedene Verkehrsnetze beliebiger Größe angepasst werden. Mastria kann um neue Strecken oder zusätzliche Transportmittel erweitert werden. Zahlreiche Piloteinführungen von Mastrias Technologie der Künstlichen Intelligenz haben bereits in Paris, Florenz, Zaragoza und Panama zu positiven Ergebnissen geführt.

Quelle: Alstom

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